Paris – 27.09.2026: Künstliche Intelligenz verändert in französischen Unternehmen die Arbeit von Berufseinsteigern, Auszubildenden und Praktikanten. Eine am 16. September veröffentlichte Erhebung des Personalverbands ANDRH zeigt, dass typische Einstiegsaufgaben zunehmend automatisiert oder neu zugeschnitten werden. Franceinfo griff die Ergebnisse am Sonntag in einer Sendung zur Arbeitswelt auf. Damit stellt sich für viele Betriebe eine praktische Frage: Wie sollen junge Menschen künftig jene Erfahrung sammeln, die bislang durch einfache, aber lehrreiche Tätigkeiten entstand?
Für die Untersuchung befragte die ANDRH zwischen dem 25. Juni und dem 31. Juli 2026 insgesamt 220 Personalverantwortliche aus französischen Unternehmen verschiedener Größen und Branchen. 63 Prozent der befragten Organisationen haben generative künstliche Intelligenz bereits eingeführt, davon 37 Prozent unternehmensweit und 26 Prozent in einzelnen Bereichen. Weitere 20 Prozent befinden sich nach Angaben des Verbands in einer Testphase.
Die Verbreitung der Technik geht jedoch nicht mit einer vergleichbaren Vorbereitung der Beschäftigten einher. Nur acht Prozent der Befragten halten ihre Teams für wirklich sicher im wirksamen Umgang mit den Werkzeugen. Lediglich zwölf Prozent der Unternehmen haben ein eigenes Schulungsprogramm für junge Beschäftigte entwickelt. 58 Prozent planen laut ANDRH kurzfristig kein entsprechendes Angebot.
Besonders sichtbar werden die Veränderungen bei den ersten Aufgaben des Berufslebens. 34 Prozent der Befragten beobachten bereits einen Wandel der Tätigkeiten von Praktikanten, Auszubildenden und neuen Mitarbeitenden. Neun Prozent berichten von einem deutlichen Rückgang einfacher ausführender Arbeiten. Gerade sie dienten bislang häufig dazu, betriebliche Abläufe, Fachsprache, Qualitätsmaßstäbe und interne Zuständigkeiten kennenzulernen.
Viele Arbeitgeber haben ihre Nachwuchsprogramme darauf noch nicht systematisch eingestellt. 41 Prozent erklärten, die Einstiegswege bislang nicht überarbeitet zu haben. In 33 Prozent der Unternehmen werden weggefallene Tätigkeiten nicht durch neue Lernaufgaben oder Verantwortungsbereiche ersetzt. Mentoring, Schulungen zur verantwortungsvollen Nutzung künstlicher Intelligenz und Projekte zur kritischen Prüfung maschinell erzeugter Ergebnisse bleiben der Erhebung zufolge vergleichsweise selten.
Beim künftigen Personalbedarf ergibt sich kein einheitliches Bild. Zwei Drittel der Unternehmen wollen die Zahl ihrer jungen Beschäftigten und Auszubildenden stabil halten. Zugleich gaben 23 Prozent an, diese Zahl bereits gesenkt zu haben oder eine Verringerung zu erwägen. Weitere 23 Prozent prüfen einen solchen Schritt. Die Umfrage erfasst Einschätzungen von Personalverantwortlichen, nicht die Zahl tatsächlich gestrichener Einstiegsstellen in ganz Frankreich.
ANDRH-Präsidentin Audrey Richard fordert, künstliche Intelligenz dürfe den Berufseinstieg nicht ersetzen. Auch die Wissensweitergabe zwischen erfahrenen und jungen Beschäftigten wird vielerorts noch nicht vorrangig behandelt: 45 Prozent der Unternehmen sehen darin keine Priorität; 26 Prozent beobachten bereits weniger informelle Lerngelegenheiten zwischen den Generationen.
Quellen
- ANDRH: Erhebung zu künstlicher Intelligenz und jungen Beschäftigten
- Franceinfo: C'est mon boulot
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).