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Kunstraub an der Côte d’Azur: Renoirs Familie spricht von einer Katastrophe

Ein Museum als Erinnerungsort, ein berühmter Name und plötzlich leere Stellen dort, wo Kunstwerke hingen: Der Einbruch in das Renoir-Museum im südfranzösischen Cagnes-sur-Mer sorgt für Bestürzung. Besonders hart trifft die Nachricht Pauline Renoir, die Ururenkelin des großen Impressionisten Auguste Renoir. „Das ist wirklich eine Katastrophe“, sagte sie gegenüber franceinfo. Am Dienstagmorgen wurden nach bisherigen Erkenntnissen…

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Ein Museum als Erinnerungsort, ein berühmter Name und plötzlich leere Stellen dort, wo Kunstwerke hingen: Der Einbruch in das Renoir-Museum im südfranzösischen Cagnes-sur-Mer sorgt für Bestürzung. Besonders hart trifft die Nachricht Pauline Renoir, die Ururenkelin des großen Impressionisten Auguste Renoir. „Das ist wirklich eine Katastrophe“, sagte sie gegenüber franceinfo.

Am Dienstagmorgen wurden nach bisherigen Erkenntnissen mehrere Gemälde aus dem Museum gestohlen. Unter den verschwundenen Werken befindet sich das Porträt „Madame Colonna Romano“. Pauline Renoir bezeichnete das Bild als Werk von „großem Wert“ und zugleich als eines der besonders bekannten Gemälde ihres Ururgroßvaters.

Damit trifft der Diebstahl einen Ort, dessen Bedeutung weit über eine gewöhnliche Gemäldesammlung hinausreicht.

Das Renoir-Museum liegt auf dem Anwesen Les Collettes in Cagnes-sur-Mer an der Côte d’Azur. Auguste Renoir verbrachte dort seine letzten Lebensjahre. Der Maler, 1841 in Limoges geboren und 1919 in Cagnes-sur-Mer gestorben, zählt zu den prägenden Vertretern des französischen Impressionismus. Auf Les Collettes entstanden zahlreiche Arbeiten seines Spätwerks.

Wer das Anwesen besucht, begegnet deshalb nicht allein Bildern hinter Museumsscheiben. Haus, Garten und Umgebung vermitteln einen Eindruck jener Landschaft, die Renoir umgab und inspirierte. Gerade diese unmittelbare Verbindung zwischen Künstler, Werk und Lebensort macht das Museum zu einem besonderen Erinnerungsplatz. Ein Einbruch wirkt dort beinahe wie ein Eingriff in eine Familiengeschichte, die längst Teil des französischen Kulturerbes geworden ist.

Für Pauline Renoir besitzt der Verlust entsprechend eine persönliche Dimension. Ihre deutlichen Worte lassen erkennen, dass hier nicht lediglich über einen finanziellen Schaden gesprochen wird. Kunstwerke dieser Bedeutung tragen Geschichte in sich – und die lässt sich nun einmal nicht einfach nachkaufen.

Die französischen Behörden ermitteln. Bislang liegen keine näheren Angaben zu möglichen Tätern oder zum finanziellen Wert der verschwundenen Gemälde vor.

Kunstdiebstähle stellen Ermittler regelmäßig vor ein besonderes Problem. Berühmte Werke lassen sich auf dem regulären Kunstmarkt kaum unbemerkt anbieten. Museen, Auktionshäuser, Galerien und Fachleute kennen bedeutende Arbeiten und deren Herkunft. Gestohlene Gemälde verschwinden deshalb mitunter über Jahre aus der Öffentlichkeit, ehe sie wieder auftauchen.

Für Cagnes-sur-Mer bleibt zunächst die Hoffnung, dass genau dies diesmal nicht geschieht und die verschwundenen Werke möglichst schnell an ihren angestammten Platz zurückkehren.

Denn in Les Collettes fehlt nach diesem Dienstag mehr als ein Gemälde. Es fehlt ein Stück Renoir.

Andreas M. Brucker

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