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Kurs Nord! Wie Dunkerque zum neuen Hotspot für Kreuzfahrten wird

Dunkerque – ein Name, der bislang eher mit Industrie, Hafenbetrieb und geschichtsträchtiger Vergangenheit verbunden war. Doch nun hebt sich der Vorhang für ein neues Kapitel: Die nordfranzösische Hafenstadt wird zum frischen Kreuzfahrtzentrum im Norden Europas. Abfahrten Richtung Großbritannien, Norwegen, Schweden oder gar Island stehen auf dem Fahrplan. Und mit ihnen die Hoffnung auf wirtschaftlichen Rückenwind…

Illustrationsfoto Billy Pasco

Dunkerque – ein Name, der bislang eher mit Industrie, Hafenbetrieb und geschichtsträchtiger Vergangenheit verbunden war. Doch nun hebt sich der Vorhang für ein neues Kapitel: Die nordfranzösische Hafenstadt wird zum frischen Kreuzfahrtzentrum im Norden Europas. Abfahrten Richtung Großbritannien, Norwegen, Schweden oder gar Island stehen auf dem Fahrplan. Und mit ihnen die Hoffnung auf wirtschaftlichen Rückenwind – für Stadt, Hafen und Region.

Ein erstes Schiff hat bereits abgelegt.

An einem frischen Herbsttag war es soweit: Die ersten Passagiere betraten in Dunkerque das Kreuzfahrtschiff „Renaissance“ für eine dreitägige Reise über den Ärmelkanal nach London, anschließend weiter nach Amsterdam. Ein Moment voller Vorfreude – besonders für jene, die bisher nur staunend am Kai standen. Wie etwa Éric, ein waschechter Dunkerquois, der sich mit glänzenden Augen erinnert: „Jahrelang hab ich die großen Schiffe hier im Hafen gesehen – und jetzt steh ich selbst auf einem. Das ist schon was!“

Er und seine Partnerin Christine sind nicht die einzigen, für die diese Reise ein kleines Abenteuer bedeutet. Die Kreuzfahrt ab Dunkerque zieht eine bunte Mischung an: Senioren, junge Paare, Familien mit Kindern. Sie alle eint der Wunsch nach einer komfortablen Auszeit – ohne erst nach Marseille, Le Havre oder Hamburg reisen zu müssen.

Ein schwimmendes Hotel mit Aussicht auf Meer und Mehr

An Bord der „Renaissance“ lässt es sich leben. Neun Decks, zwei Pools, Fitnessstudio, Theater, Bars, Restaurants – es fehlt an nichts. Und das zu Preisen, die je nach Reisedauer zwischen 500 und 2.500 Euro liegen. Wer also eine Woche lang nordische Häfen entdecken will, findet hier eine Alternative zum klassischen Sommerurlaub.

Doch nicht nur die Passagiere profitieren. Auch die Stadt.

Denn mit dem Einzug der Kreuzfahrten gewinnt Dunkerque ein neues Gesicht. Eines, das nicht mehr nur von rauchenden Schornsteinen und Containern geprägt ist, sondern auch vom Lächeln ankommender Touristen. Fanny Caulier vom Reisebüro Delgrange in Dunkerque bringt es auf den Punkt: „Seit Jahren fragen uns die Leute, wann endlich Kreuzfahrten von hier starten. Jetzt ist es soweit – und es läuft wie geschnitten Brot.“

Vom Industriehafen zur Willkommensplattform

Was sich hier abzeichnet, ist nicht weniger als ein Strukturwandel. Der Hafen von Dunkerque zählt zu den größten Industriehäfen Frankreichs – Energie, Logistik, Schwerindustrie. Aber warum nicht beides?

„Die Kreuzfahrt ist eine tolle Ergänzung zu unseren bisherigen Aktivitäten“, erklärt Éric Leprêtre, der stellvertretende Hafenkommandant. „Sie bringt Sichtbarkeit, Diversität – und eine ganz neue Art von Besuchern.“

Ein altes Sprichwort sagt: Wer sich nicht bewegt, wird bewegt. In Dunkerque hingegen bewegt sich gerade eine ganze Stadt – in Richtung Zukunft.

Nordlichter statt Nebelgrau

Und die Reise geht weiter: Nach dem erfolgreichen Auftakt mit der dreitägigen Testfahrt kündigt sich bereits das nächste Kapitel an. Im kommenden Frühjahr soll die „Renaissance“ für eine ganze Serie von Kreuzfahrten nach Nordeuropa zurückkehren. Norwegen, Schweden, Island – Destinationen, die klingen wie aus einem Reisemagazin, starten dann direkt vor der eigenen Haustür.

Der neue Kreuzfahrtkai ist dabei nicht nur eine touristische Drehschreibe – er ist auch ein Versprechen. Für Arbeitsplätze. Für wirtschaftliche Belebung. Und für ein neues Selbstbewusstsein.

Denn mal ehrlich: Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass ausgerechnet Dunkerque zum Tor in den hohen Norden wird?

Ein neues Kapitel mit offenem Ende

Was in diesen Tagen an der nordfranzösischen Küste geschieht, ist mehr als nur ein neuer Reiseplan. Es ist ein Aufbruch – getragen von der Sehnsucht nach Horizont, von regionalem Stolz und dem Wunsch nach Wandel.

Vielleicht ist es am Ende genau das, was eine gute Kreuzfahrt ausmacht: Nicht nur das Ankommen an fernen Orten – sondern die Entdeckung des Neuen direkt vor der eigenen Tür.

Autor: Andreas M. B.

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