Wer hätte gedacht, dass ein Besuch im Grand Hôtel des Rêves im Herzen von Paris uns mitten in die magische Geschichte von „Die Schöne und das Biest“ entführt? Dieses immersive Theatererlebnis findet im vollständig renovierten Hôtel Le Brun statt, einem Juwel des 17. Jahrhunderts, das einst dem berühmten Hofmaler von Ludwig XIV., Charles Le Brun, gehörte. Nun erstrahlt es als prachtvoller Schauplatz für ein neu inszeniertes Märchen – und was für eins!
Die Aufführung zur berühmten Erzählung „La Belle et la Bête“ ist während der französischen Toussaint-Ferien ein Highlight für Familien und Theaterliebhaber gleichermaßen. In einer modernen Interpretation lässt das Stück das Publikum nicht nur zusehen, sondern förmlich eintauchen. Die märchenhafte Umgebung und die detailreichen Kulissen des Grand Hôtel des Rêves schaffen eine unvergleichliche Atmosphäre. Stück für Stück bewegt sich das Publikum durch acht aufwendig gestaltete Räume, in denen Schauspieler, Tänzer und Sänger Szenen lebendig werden lassen – bis man fast vergisst, dass dies alles nur Schauspiel ist.
„Die Schöne hat das Biest gewählt. Es stirbt, aber dann wird es zum schönen Prinzen“, erklärt ein kleines Mädchen aufgeregt nach der Vorstellung und bringt damit das Herz der Geschichte auf den Punkt. Ihre Augen leuchten, und auch die ihrer Mutter, die ihr Begleiterlebnis teilt: „Man glaubt gar nicht, dass es Schauspieler sind. Die Figuren wirken so echt, dass man sich völlig von der Geschichte fesseln lässt.“
Von Zimmer zu Zimmer in einer Märchenwelt
Der Rundgang beginnt in einem Raum voller magischer Porträts – sie scheinen, wie in alten Legenden, die Geschehnisse zu beobachten und auf geheimnisvolle Weise Teil der Handlung zu sein. Doch das ist nur der Anfang. Von da an geht es in die opulent dekorierte Thronsaal, in der die düstere Präsenz der Bête, des Biests, durch die Gemächer schwebt. Ein unheimlicher Blick, ein plötzlicher Schreckmoment – und das Biest scheint direkt vor einem zu stehen! Als eine Schauspielerin die Zuschauer augenzwinkernd fragt, ob das Biest „ihnen schon die Finger abgebissen hat“, huscht ein amüsiertes Lachen durch die Runde.
Der Wechsel zwischen den Szenen und den Räumen gibt dem Stück eine dynamische Spannung. Keine Sitzreihen, kein Blick aus der Ferne – hier erlebt man alles hautnah und ohne Sicherheitsabstand. Die Darsteller schlüpfen mühelos in ihre Rollen und bewegen sich so natürlich, dass die Grenzen zwischen Bühne und Realität verschwimmen.
Ein Bankett wie aus dem Märchenbuch
Ein Höhepunkt der Inszenierung ist das prachtvolle Bankett – ein wahrer Augen- und Gaumenschmaus bei Kerzenschein. Die prachtvoll gedeckten Tische, das zarte Flackern der Flammen und die festlich gewandeten Darsteller bringen eine fast magische Stimmung in die Atmosphäre. "Die Schauspieler sind mitten unter uns – man hat das Gefühl, als würde man wirklich mit ihnen an der Tafel sitzen und das Märchen live erleben", schwärmt ein junger Besucher.
Dabei bleibt das Publikum jedoch nicht nur Beobachter: Die Interaktion mit den Darstellern lässt jeden, ob jung oder alt, zum Teil der Geschichte werden. Ein junges Paar beschreibt das Erlebnis begeistert als „bewegendes Theater“ – das klassische Bühnenstück wird hier zum „Märchen zum Anfassen“, und das Grand Hôtel des Rêves wird zu einem Raum der kindlichen Fantasie und Freude, der wirklich jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Eine majestätische Schlussszene unter Kristalllüstern
Und wie könnte diese faszinierende Reise besser enden als mit einem großen Ball? Im finalen Raum glänzen antike Kristalllüster, deren funkelndes Licht auf die Darsteller und Zuschauer herabregnet. Die Szene ist romantisch, verträumt und ein wahrer Augenschmaus. Auch die kleinsten Zuschauer werden von der festlichen Atmosphäre ergriffen und bewegen sich sichtlich berührt mit der Musik.
Dieser Abschluss ist mehr als ein Märchen – es ist eine Hommage an die Pracht und Magie alter Pariser Gebäude, die normalerweise der Öffentlichkeit verschlossen bleiben. Das Grand Hôtel des Rêves ist nicht nur Kulisse, sondern fast ein eigener Charakter der Inszenierung und bringt den Besucher in eine Welt, die in der Hektik des modernen Paris fast vergessen scheint.
Ein Erlebnis für alle Generationen
„La Belle et la Bête“ im Grand Hôtel des Rêves zeigt, dass Märchen nicht nur für Kinder sind. Diese Interpretation spricht das Herz jedes Alters an – für die Kleinen ist es eine fesselnde Fantasiewelt, für die Erwachsenen eine nostalgische Rückkehr in die eigene Kindheit und die Möglichkeit, das Erbe dieser Geschichte neu zu entdecken.
Vielleicht ist es gerade diese Verbindung aus Theater, Kulturgeschichte und magischen Erzählungen, die den Zauber dieses Stücks ausmacht.
Öffnungszeiten: Bis zum 17. November mittwochs nachmittags, donnerstags und freitags abends, samstags und sonntags ganztägig.
In den Schulferien täglich.
Preise: ab 21€ für Erwachsene, 19€ für Kinder.
(Bis 16 Jahre)
Zugang: 47 rue du Cardinal Lemoine75005 PARIS.
Metro Cardinal Lemoine Linie 10, Jussieu Linie 7,
RER C gare d'Austerlitz, RER B Saint-Michel Notre-Dame