Sainte-Colombe – 10.09.2026: Sébastien Loubère, Landwirt im Département Landes, fordert von Frankreichs künftigem Präsidenten, die Interessen der Bauern nicht aus dem Blick zu verlieren. In einem am Donnerstag veröffentlichten Porträt von Franceinfo schildert er seinen Arbeitsalltag und fragt, ob die nächste Staatsführung noch an die Landwirtschaft in Frankreich denke.
Der Beitrag gehört zu einem Format, für das eine Reporterin von France Télévisions während des Präsidentschaftswahljahres jeweils zwei Tage in einer französischen Region verbringt. Den Auftakt bildet Loubères Betrieb im ländlich geprägten Südwesten. Sein Appell enthält keinen detaillierten Forderungskatalog. Er bringt vielmehr den Wunsch nach politischen Rahmenbedingungen zum Ausdruck, auf die sich landwirtschaftliche Betriebe über Jahre hinweg verlassen können.
Amtliche Unterlagen der Region Nouvelle-Aquitaine führen Loubère als landwirtschaftlichen Betriebsleiter in Sainte-Colombe, südlich von Mont-de-Marsan. Im Jahr 2025 wurde ihm die Bewirtschaftung von zunächst 12,11 Hektar und später weiteren 3,08 Hektar genehmigt. Die Bescheide geben weder Auskunft über sein Einkommen noch über die Produktionszweige des Betriebs. Sie belegen jedoch, wie landwirtschaftliche Entwicklung häufig verläuft: in kleinen Schritten, begleitet von Verwaltungsverfahren und langfristigen Verpflichtungen.
Die Frage nach der Zukunft der Höfe reicht weit über den einzelnen Betrieb hinaus. Nach Angaben des französischen Statistikamtes Insee gab es 2020 im französischen Mutterland rund 390.000 landwirtschaftliche Betriebe; zehn Jahre zuvor waren es noch 490.000. Die Zahl der Betriebsleiter und Mitbetriebsleiter sank im selben Zeitraum um 18 Prozent. Ihr Durchschnittsalter stieg auf 51,4 Jahre. Damit wird die Übergabe bestehender Höfe zu einer zentralen wirtschaftlichen Aufgabe.
Für das Département Landes weist die Agrarstrukturerhebung von 2020 insgesamt 5.459 Betriebsleiter und Mitbetriebsleiter aus. Die regionale Landwirtschaft reicht vom Anbau von Mais und Gemüse über Geflügel- und Entenhaltung bis zur Rinderzucht und zu Erzeugnissen mit geschützter Herkunft. Je nach Betriebszweig unterscheiden sich die Abhängigkeiten von Wasser, Futtermitteln, Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten sowie den jeweiligen Absatzwegen.
Viele Entscheidungen entfalten ihre Wirkung erst nach Jahren, während die Betriebe kurzfristig auf Wetterrisiken, schwankende Preise und Kreditkosten reagieren müssen. Investitionen in Maschinen, Stallungen, Bewässerung oder zusätzliche Flächen setzen verlässliche Regeln voraus. Zugleich wird ein wesentlicher Teil der Förderung durch die mehrjährig angelegte Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union bestimmt, was den Spielraum einer französischen Regierung begrenzt.
Loubères Frage an den künftigen Präsidenten verbindet die Präsidentschaftswahl damit unmittelbar mit der wirtschaftlichen Zukunft ländlicher Räume. Für Bauern bemisst sich politische Verlässlichkeit vor allem an Einkommen, Förderbedingungen, Investitionssicherheit und der Chance, einen Betrieb an die nächste Generation weiterzugeben.
Quellen
- Franceinfo
- Präfektur der Region Nouvelle-Aquitaine
- Insee
- Agreste
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).