Kultur

Lartigues Fotografien kehren in 3D ins Kino zurück

Denis Gauberts Dokumentarfilm "La Vie en relief" zeichnet die frühen Jahre des Fotografen Jacques Henri Lartigue nach. Am 16. September kommt er in die französischen Kinos.

Paris – 13.09.2026: Lange bevor Jacques Henri Lartigue zu den berühmten Fotografen Frankreichs zählte, hielt er seine Umgebung mit einer stereoskopischen Kamera fest. Denis Gauberts Dokumentarfilm "La Vie en relief – Jacques Henri Lartigue", der am 16. September in Frankreich anläuft, bringt diese frühen Bilder nun in ihrer räumlichen Wirkung auf die Leinwand. In entsprechend ausgestatteten Kinos wird der 80-minütige Film auch in 3D gezeigt.

Gaubert setzt bei Lartigues Kindheit in Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts an. Mit neun Jahren begann der 1894 geborene Sohn einer wohlhabenden Familie, die stereoskopische Kamera seines Vaters zu benutzen. Rund 25 Jahre lang fotografierte er Verwandte und Freunde, Passanten, Automobile, Flugzeuge und Sportveranstaltungen, zunächst ohne beruflichen Ehrgeiz. Seine Bilder bewahrten die Geschwindigkeit und Leichtigkeit einer Epoche, die von technischem Fortschritt und neuen Freizeitformen geprägt war.

Der Film verbindet historisches Material mit einer inszenierten Nacherzählung der Jugendjahre. Luàna Bajrami, Hervé Pierre und Milo Machado-Graner gehören zur Besetzung. Die räumliche Projektion ist dabei mehr als ein zeitgemäßer Kinoeffekt: Sie greift eine Technik auf, die für Lartigues frühes Werk wesentlich war und die Tiefe seiner damaligen Aufnahmen wieder sichtbar machen soll.

Als Fotograf fand Lartigue erst spät internationale Anerkennung. Eine Einzelausstellung im Museum of Modern Art in New York machte ihn 1963 einem größeren Publikum bekannt. Bis dahin hatte er vor allem als Maler gearbeitet und seine Fotografie über Jahrzehnte als private Beschäftigung verstanden. Gerade die Freiheit von Aufträgen verlieh vielen Aufnahmen ihre spontane, bisweilen verspielte Dynamik.

Eine staatstragende Aufgabe erhielt Lartigue 1974. Der neu gewählte französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing beauftragte ihn mit seinem offiziellen Porträt. Das im August 1974 im Élysée-Palast aufgenommene Bild brach mit der feierlichen Strenge vieler Vorgänger. Giscard d'Estaing, der nach dem Ende der gaullistischen Ära einen moderneren Amtsstil pflegen wollte, erschien vor einer hellen, vom Wind bewegten französischen Flagge.

Damit gelangte Lartigues persönliche Bildsprache in die politische Repräsentation der Fünften Republik. Der Fotograf, der Licht, Bewegung und beiläufige Gesten bevorzugte, schuf eines der bekanntesten französischen Präsidentenporträts.

1979 übergab Lartigue sein fotografisches Gesamtwerk dem französischen Staat. Er war der erste noch lebende französische Fotograf, der eine solche Schenkung vornahm. Heute wird der Bestand von der Donation Jacques Henri Lartigue betreut; die Fondation Jacques-Henri Lartigue unterstützt Ausstellungen, Bücher und Filme. "La Vie en relief" erschließt diesen Nachlass nun mit jener räumlichen Wahrnehmung, die bereits den jungen Lartigue faszinierte.

Quellen

  • Franceinfo
  • Donation Jacques Henri Lartigue
  • Élysée
  • AlloCiné
  • Ciné 104 Pantin

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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