Ein winterlicher Nachmittag endet tödlich. Am Samstag, dem 10. Januar 2026, sind im Skigebiet von Val-d’Isère in der Savoie zwei Skifahrer bei einer Lawine ums Leben gekommen. Die Männer waren abseits gesicherter Pisten unterwegs, als sich im Bereich der Vallée perdue auf der Rückseite der Bellevarde eine Schneemasse löste und sie unter sich begrub.
Die Rettungskräfte fanden die beiden Franzosen unter rund zweieinhalb Metern Schnee. Trotz schnellen Einsatzes von Pistenrettern und Notarzt blieb jede Hilfe vergeblich; beide wurden tot geborgen. Alarmiert worden waren die Helfer von Begleitern, die auf den präparierten Pisten geblieben waren und auf die Rückkehr der beiden warteten. Da die Verunglückten keine Lawinenortungsgeräte bei sich trugen, gestaltete sich die Bergung schwierig und gelang erst mithilfe der letzten GPS-Signale ihrer Mobiltelefone.
Das Unglück ereignete sich vor dem Hintergrund einer angespannten Lawinenlage. Météo-France hatte für dieses Wochenende die Gefahrenstufe 4 von 5 ausgegeben und ausdrücklich vor Touren abseits der markierten Routen gewarnt. Der Schneedeckenaufbau galt als instabil, frische Schneefälle hatten die Situation zusätzlich verschärft.
Am selben Tag kam es in der Savoie zu einem weiteren tödlichen Lawinenabgang bei Arêches-Beaufort, bei dem ein Skifahrer starb und ein weiterer schwer verletzt wurde. Drei Tote an einem Tag – eine bittere Bilanz, die die Risiken des Tiefschneefahrens eindrücklich vor Augen führt. Die Botschaft der Bergretter klingt nüchtern, fast lakonisch: Freiheit im ungespurten Gelände erfordert Erfahrung, Zurückhaltung und eine gute Sicherheitsausrüstung. Wer darauf verzichtet, spielt Roulette mit der Natur.
Autor: Daniel Ivers