Wirtschaft

Lebensmittel in Frankreich kosten deutlich mehr als vor zehn Jahren

Der Lebensmittelpreisindex ist im September 2026 erneut leicht gestiegen. Vor allem die Teuerung der Jahre 2022 und 2023 wirkt bis heute nach und belastet Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders stark.

Paris – 17.10.2026: Lebensmittel sind in Frankreich heute deutlich teurer als vor zehn Jahren. Der Verbraucherpreisindex des Statistikamts Insee erreichte im September 2026 für diese Warengruppe 101,86 Punkte, bei einem Basiswert von 100 im Jahr 2025. Im August hatte er bei 101,71 Punkten gelegen. Der jüngste Anstieg fällt damit gering aus, setzt die Aufwärtsbewegung jedoch fort.

Der Index bildet keine einzelne Einkaufsliste ab, sondern die durchschnittliche Preisentwicklung einer breiten Gruppe von Nahrungsmitteln. Nach den vom Insee zurückgerechneten Reihen ist er binnen zehn Jahren um annähernd 35 Punkte gestiegen. Selbst wenn sich die laufende Inflation inzwischen abgeschwächt hat, bezahlen Verbraucherinnen und Verbraucher im Supermarkt daher erheblich mehr als vor der großen Teuerungswelle.

Besonders kräftig stiegen die Lebensmittelpreise 2022 und 2023. Das Insee beziffert den Zuwachs für diese Jahre auf 6,8 beziehungsweise 11,8 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte 2025 lagen die Preise bereits 26 Prozent über dem Stand von 2019. Zu den Ursachen zählten höhere Energie- und Transportkosten, gestörte Lieferketten nach der Corona-Pandemie sowie die Folgen internationaler Konflikte für Rohstoff- und Agrarmärkte.

Eine sinkende Inflationsrate ändert an diesem höheren Ausgangsniveau zunächst nichts. Sie bedeutet lediglich, dass die Preise langsamer steigen oder zeitweise nahezu stabil bleiben. Die zuvor eingetretenen Verteuerungen werden dadurch nicht rückgängig gemacht. Der Lebensmitteleinkauf beansprucht deshalb weiterhin einen größeren Teil vieler Haushaltsbudgets als vor 2022.

Besonders stark traf die Entwicklung laut einer Insee-Analyse Käufer günstiger Eigenmarken und Einstiegsprodukte. Bei Lebensmitteln ohne Frischwaren verteuerte sich der billigste Warenkorb zwischen Januar 2022 und Dezember 2025 stärker als das durchschnittliche Sortiment und deutlich stärker als höherpreisige Angebote. Haushalte mit geringem Einkommen können ihre Ausgaben deshalb nur begrenzt durch den Wechsel zu preiswerteren Produkten senken.

Auch die gekauften Mengen gingen zurück. Zwischen 2021 und 2024 sank der mengenmäßige Lebensmittelkonsum ohne Tabak nach Angaben des Insee um 6,3 Prozent, bei frischen Lebensmitteln sogar um 9,4 Prozent. In einer Befragung vom Januar 2026 erklärte rund ein Drittel der Haushalte, weniger einzukaufen, teure Produkte zu meiden oder gezielt zur billigsten verfügbaren Variante zu greifen.

Die am 15. Oktober veröffentlichten Septemberdaten bilden somit den aktuellen Hintergrund der französischen Kaufkraftdebatte. Der geringe Monatsanstieg ist dabei weniger prägend als das dauerhaft verschobene Preisniveau: Noch immer passen viele Haushalte Menge und Zusammensetzung ihrer Einkäufe an die Folgen des Preisschubs an.

Quellen

  • Insee: Verbraucherpreisindex für Lebensmittel, September 2026
  • Insee: Analysen zu Lebensmittelpreisen und Konsum
  • Franceinfo: Einordnung zur Entwicklung der Lebensmittelkosten

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels