Politik & Gesellschaft

Lecornus Zusagen stoppen die Schülerproteste nicht

Trotz Gesprächsangeboten und angekündigter Hilfen setzen Frankreichs Schüler ihre Proteste fort. Für den 13. Oktober 2026 rufen Schüler-, Studierenden- und Gewerkschaftsverbände zu einem weiteren Aktionstag auf.

Paris – 09.10.2026: Frankreichs Schülerbewegung hält den Druck auf die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu aufrecht. Am Donnerstag, dem 8. Oktober, wurden aus Paris, Rennes, Nantes, Lille, Marseille, Créteil, Lyon und weiteren Städten Demonstrationen und Blockaden gemeldet. Nach Angaben des Bildungsministeriums waren 224 Schulen vollständig und 151 weitere teilweise geschlossen. Damit ging die Zahl der betroffenen Einrichtungen gegenüber früheren Aktionstagen zurück, blieb jedoch erheblich.

Die Proteste richten sich vor allem gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen und den baulichen Zustand vieler Schulen. Schülerorganisationen fordern zusätzliche Mittel für die staatliche Bildung und verbindliche Zusagen zur Besetzung offener Stellen. Seit Ende September ist daraus eine breitere soziale Mobilisierung entstanden, an der sich auch Studierende, Lehrkräfte und Gewerkschaften beteiligen.

Das Innenministerium bezifferte die Zahl der Demonstrierenden am Donnerstag landesweit auf 71.500, davon 24.500 in Paris. Weitere 55.000 Jugendliche hätten an Aktionen vor ihren Schulen teilgenommen. Wegen der unterschiedlichen Protestformen lassen sich die Angaben zu Blockaden, Kundgebungen und Demonstrationszügen nur eingeschränkt mit den Zahlen der Organisatoren vergleichen.

Lecornu hatte sich am Abend des 7. Oktober in einer Fernsehansprache an die Jugendlichen gewandt. Ihre Unzufriedenheit habe reale Ursachen, sagte der Premierminister. Bis Ende Oktober wolle die Regierung einen Plan zur Lösung der Probleme an den Schulen vorlegen. Zugleich wies Lecornu den Vorwurf zurück, die Sicherheitskräfte hätten den Auftrag, gegen Schüler vorzugehen. Die Verbände ließen sich durch seine Zusagen jedoch nicht beschwichtigen.

Das Bildungsministerium setzte ab dem 7. Oktober Gesprächszeiten an den Gymnasien an und eröffnete bis zum 23. Oktober eine landesweite Online-Konsultation. Bildungsminister Édouard Geffray kündigte außerdem an, 3.000 Vertretungslehrkräfte an besonders betroffenen Schulen einzusetzen. Schülervertreter halten die Maßnahmen für unzureichend: Es fehlten ein verbindlicher Finanzrahmen und ein Zeitplan für die dauerhafte Besetzung offener Stellen.

Für Dienstag, den 13. Oktober 2026, rufen Schüler-, Studierenden- und Gewerkschaftsverbände deshalb zu einem weiteren landesweiten Aktions- und Streiktag auf. Schülerorganisationen verlangen zudem ein rasches Treffen im Matignon, dem Amtssitz des Premierministers.

Verschärft wird der Konflikt durch Auseinandersetzungen über Polizeieinsätze. In Paris setzte die Polizei am Donnerstag Medienberichten zufolge Tränengas und Wasserwerfer ein, nachdem an einzelnen Schulen Barrikaden errichtet worden waren. Das Innenministerium meldete seit Beginn der Protestwelle Ende September mehr als 6.600 Festnahmen. Schülerverbände haben deshalb den Schutz Minderjähriger bei Demonstrationen in ihren Forderungskatalog aufgenommen.

Quellen

  • Ministère de l'Éducation nationale
  • Le Monde
  • Associated Press
  • Euronews
  • TF1 Info
  • Public Sénat
  • TV5Monde
  • RTL

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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