Aubagne – 12.10.2026: Nach den Schüssen am Collège Joseph-Lakanal in Aubagne fordert die Lehrergewerkschaft SNALC rasche politische Konsequenzen. Ihr nationaler Vizepräsident Maxime Reppert sagte am Montag dem Sender Franceinfo, die Empörung unter Lehrkräften sei groß. Seit Monaten und Jahren warne der Verband vor Gewalt an Schulen. Reppert wandte sich gegen eine Politik, die Übergriffe nachträglich relativiere, anstatt Prävention und Schutz konsequent zu organisieren.
Am Montagvormittag soll ein 14-jähriger Schüler in dem Collège das Feuer eröffnet haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Marseille wurden der Schulleiter im Bereich des Beckens und eine Mathematiklehrerin an den Beinen verletzt. Beide kamen zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus; Lebensgefahr bestand den bisherigen Angaben zufolge nicht. Sicherheitskräfte nahmen den Jugendlichen fest.
Der Schüler soll eine Schrotflinte des Kalibers 12 in einem Gitarrenkoffer in die Schule gebracht und auf zwei Stockwerken mehrere Schüsse abgegeben haben. Ein Mitarbeiter überwältigte und entwaffnete ihn demnach im Treppenhaus. Weitere Schüsse trafen den Boden vor einer Lehrkraft und eine Tafel in einem Klassenraum. Dort wurden nach bisherigem Ermittlungsstand keine weiteren Menschen verletzt.
Welches Motiv der Jugendliche hatte, war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft verfügte nach eigenen Angaben noch nicht über hinreichend belastbare Erkenntnisse, dass er den Schulleiter und die Lehrerin gezielt ausgewählt hatte. Auch für einen ideologischen Hintergrund oder einen Zusammenhang mit den jüngsten Schülerprotesten in Frankreich lagen zunächst keine Belege vor.
Die Stadt Aubagne teilte mit, Polizei, Gendarmerie, kommunale Sicherheitskräfte und Feuerwehr seien unverzüglich eingesetzt worden. Präsident Emmanuel Macron würdigte das Eingreifen des Schulpersonals, das nach seiner Einschätzung Schlimmeres verhindert habe. Das Bildungsministerium verurteilte die Tat als Ausdruck einer zunehmenden Gewalt in der Gesellschaft.
Dem SNALC genügt diese Reaktion nicht. Reppert verlangte Auskunft darüber, was sich bereits am nächsten Schultag konkret ändern werde. Die Forderung richtet sich an Bildungsverwaltung und Politik: Schulen benötigten verlässliche Schutzvorkehrungen, klare Verfahren beim Auftreten von Warnsignalen und stärkere Unterstützung für ihre Beschäftigten.
Schusswaffenangriffe durch Schüler sind in Frankreich selten. 2017 verletzte ein 16-Jähriger an einem Gymnasium im südfranzösischen Grasse den Schulleiter und mehrere Schüler. In Aubagne untersuchen die Ermittler nun, wie der 14-Jährige an die Waffe gelangte, ob sie ordnungsgemäß verwahrt worden war und ob es vor der Tat erkennbare Warnzeichen gab.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Stadt Aubagne
- Le Monde
- SNALC
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).