Politik & Gesellschaft

Lehrergewerkschaft fordert Rücknahme geplanter Stellenstreichungen

Im französischen Bildungswesen sollen 2027 insgesamt 1.588 Lehrerstellen entfallen. Die Gewerkschaft FNEC FP-FO verlangt eine Kehrtwende, während das Ministerium auf sinkende Schülerzahlen und zugleich steigende Bildungsausgaben verweist.

Paris – 02.10.2026: Die Lehrergewerkschaft FNEC FP-FO hat die französische Regierung aufgefordert, die im Haushaltsentwurf für 2027 vorgesehenen Streichungen von 1.588 Lehrerstellen zurückzunehmen. Ihr Generalsekretär Clément Poullet erklärte am Freitag, die Ankündigung falle in eine Phase wachsender Mobilisierung von Schülerinnen, Schülern und Studierenden. Aus Sicht der Gewerkschaft trägt die Regierung damit zur Verschärfung der Proteste bei.

Der am 1. Oktober vorgestellte Haushaltsentwurf sieht nach Angaben des Bildungsministeriums höhere Ausgaben für das staatliche Schulwesen vor. Zugleich sollen 1.588 Stellen für verbeamtete Lehrkräfte wegfallen, darunter 1.250 im öffentlichen Bildungswesen. Die Regierung begründet den Abbau mit der demografischen Entwicklung: Zum Schuljahresbeginn im September 2027 werden landesweit etwa 180.000 Schülerinnen und Schüler weniger erwartet.

Bildungsminister Édouard Geffray verteidigt die Planung mit dem Hinweis, dass die Kürzungen deutlich geringer ausfielen als eine rein proportionale Anpassung an die sinkenden Schülerzahlen. Nach Berechnungen des Ministeriums müssten bei einer strikten Übertragung der demografischen Entwicklung 9.600 Stellen entfallen. Die Differenz soll den Unterrichtsbedingungen zugutekommen, vor allem kleineren Klassen in der Grundschule.

Der Konflikt entzündet sich auch an der Zusammensetzung der angekündigten Neueinstellungen. Das Ministerium plant für 2027 zusätzliche Stellen, von denen ein erheblicher Teil jedoch für die Reform der Lehrerausbildung benötigt wird. Die Auswahlverfahren für das Lehramt wurden von der Ebene des Masterabschlusses an das Ende des Bachelorstudiums vorgezogen. Während der Umstellung müssen vorübergehend zwei Verfahren parallel organisiert werden. Neue Stellen in diesem Bereich ersetzen daher aus Sicht der Gewerkschaften keine regulären Lehrkräfte im Unterricht.

Weitere Einstellungen sind für die Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, für Erziehungspersonal sowie für medizinische und soziale Dienste vorgesehen. Die Verbände begrüßen zwar zusätzliche Unterstützung, unterscheiden aber zwischen diesen Aufgaben und den gestrichenen Lehrerstellen. Zudem bemängeln sie, dass der Entwurf keine allgemeine Gehaltserhöhung für das Bildungspersonal enthält. Bereits am 29. September hatten Gewerkschaften gegen den weiterhin eingefrorenen Besoldungsindex protestiert.

Die Haushaltsdebatte trifft damit auf einen bereits angespannten Schul- und Hochschulbetrieb. An weiterführenden Schulen und Hochschulen kam es zu Blockaden und Kundgebungen. FNEC FP-FO ruft gemeinsam mit weiteren Organisationen dazu auf, die Mobilisierung am 6. Oktober fortzusetzen. Die Gewerkschaft verbindet die Stellenfrage mit der Forderung nach höheren Gehältern und besseren Arbeitsbedingungen.

Über den Haushaltsentwurf muss nun das Parlament beraten. Änderungen an Umfang und Verteilung der Stellen bleiben deshalb möglich. In seiner bislang vorgelegten Fassung verbindet der Etat höhere Gesamtausgaben für das Bildungswesen mit dem Abbau von 1.588 Lehrerstellen zum Schuljahr 2027.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Bildungsministerium
  • Le Monde
  • Public Sénat
  • FNEC FP-FO

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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