Lodève – 29.07.2026: In der staatlichen Teppichmanufaktur Savonnerie in Lodève entstehen Werke, die später Ministerien, Botschaften und andere öffentliche Gebäude Frankreichs ausstatten. Ein am Mittwoch ausgestrahlter Bericht des Mittagsjournals von France 2 gewährt Einblick in die Werkstatt im Département Hérault. Dort fertigen spezialisierte Weberinnen und Weber großformatige Veloursteppiche in Handarbeit.
Die Werkstatt ist der einzige Außenstandort der traditionsreichen Savonnerie-Manufaktur. Sie wurde in den 1960er Jahren in Lodève eingerichtet; die Stadt datiert ihre Ansiedlung auf das Jahr 1966. Damit fand ein historisches Verfahren, dessen Wurzeln mehr als vier Jahrhunderte zurückreichen, eine dauerhafte Heimat in Südfrankreich. Ein weiterer Teil der Savonnerie arbeitet weiterhin in Paris.
Charakteristisch ist die Fertigung an einem senkrechten Webstuhl. Nach einer präzisen Vorlage werden Wollfäden einzeln geknüpft. Anschließend schneiden die Fachkräfte die Oberfläche auf die vorgesehene Florhöhe. So entsteht jener dichte, samtige Velours, an dem sich Teppiche der Savonnerie erkennen lassen. Farbe, Knotung und Schur müssen genau aufeinander abgestimmt sein: Bei großformatigen Arbeiten kann schon eine geringe Abweichung die Wirkung des gesamten Motivs verändern.
Für den gewöhnlichen Einzelhandel produziert die Manufaktur nicht. Ihre Teppiche gehören zum staatlichen Mobiliar und sind für repräsentative öffentliche Räume bestimmt. Neben Nachschöpfungen historischer Modelle setzt die Werkstatt auch Entwürfe zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, Architekten und Designer um. Das überlieferte Verfahren bleibt dadurch an die Gestaltung der Gegenwart gebunden.
Bevor das Knüpfen beginnt, muss jeder künstlerische Entwurf in eine am Webstuhl lesbare Arbeitsgrundlage übertragen werden. Farben und Arbeitsfolgen werden festgelegt, die benötigten Wolltöne vorbereitet. Dieser Aufwand setzt sich während der Fertigung fort: Die Arbeit wächst Knoten für Knoten und lässt sich kaum beschleunigen, ohne Präzision einzubüßen. Die Beschäftigten bewahren deshalb Kenntnisse, die sich vor allem durch langjährige praktische Erfahrung vermitteln lassen.
Für Lodève ist die Manufaktur zugleich Kulturerbe und aktiver Produktionsbetrieb. Die seit 2006 als Stadt der Kunst und Geschichte ausgezeichnete Gemeinde führt sie als wichtigen Bestandteil ihres kulturellen Profils. Anders als ein Museum zeigt die Werkstatt das Handwerk jedoch nicht bloß als historische Technik. Hier entstehen weiterhin Teppiche für konkrete staatliche Aufträge.
Der Fernsehbericht dokumentiert damit eine selten gewordene Verbindung: Der französische Staat erhält ein jahrhundertealtes Handwerk, indem er dessen Erzeugnisse weiterhin nutzt. Die in Lodève geknüpften Teppiche bleiben keine Schaustücke, sondern gelangen in öffentliche Gebäude und werden Teil des französischen Staatsmobiliars.
Quellen
- Franceinfo, Journal de 13 heures
- Mobilier national – Manufacture de la Savonnerie
- Ministerium für Kultur Frankreich
- Stadt Lodève
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).