Nantes – 21.08.2026: Die Loire ist in Nantes auf einen historischen Tiefstand gefallen. Am Mittwoch wurden 1,51 Meter gemessen, nach Angaben von Franceinfo der niedrigste dort bislang registrierte Pegelstand. Anhaltende Trockenheit und mehrere Hitzeperioden haben den Abfluss des Flusses stark verringert. Die Folgen reichen von Einschränkungen für Landwirtschaft und Unternehmen bis zu wachsenden Risiken für die Trinkwassergewinnung.
Entlang der Loire haben staatliche Stellen inzwischen die höchste Stufe der Dürrebewirtschaftung aktiviert. Der Präfekt der Region Centre-Val de Loire, der zugleich das Loire-Bretagne-Becken koordiniert, setzte die Loire-Allier-Achse wegen der stark gesunkenen Abflüsse auf Krisenniveau. Im Département Loiret betrifft die Einstufung den gesamten Verlauf der Loire sowie das mit ihr verbundene Grundwasser.
Auf der Krisenstufe können Behörden nicht vorrangige Wasserentnahmen beschränken oder vollständig untersagen. Vorrang genießen die Trinkwasserversorgung, die öffentliche Gesundheit und der Zivilschutz. Welche Regeln im Einzelnen gelten, hängt vom Département, von der Wasserquelle und vom jeweiligen Verwendungszweck ab. Betroffen sein können etwa die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen, industrielle Entnahmen, die Reinigung öffentlicher Anlagen oder die private Gartenbewässerung. Maßgeblich sind jeweils die örtlichen Verfügungen.
Auch in Loire-Atlantique hat sich die Versorgungslage verschärft. Dort gilt seit dem 17. August die höchste Warnstufe für die Trinkwasserversorgung. Nach Angaben von Nantes Métropole stammen rund zwei Drittel des im Département verbrauchten Trinkwassers aus der Loire. Im Gebiet des Gemeindeverbands versorgt diese Ressource etwa 550.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Der niedrige Flussstand berührt damit unmittelbar die wichtigste Quelle der regionalen Wasserversorgung.
An der Flussmündung können geringe Abflüsse zusätzliche technische Schwierigkeiten verursachen. Bei starkem Tidenhub dringt der sogenannte Schlickpfropfen weiter flussaufwärts vor, wenn die Strömung der Loire zu schwach ist. Das stark sedimenthaltige Wasser kann die Aufbereitung an den Entnahmestellen erschweren und die verfügbare Produktionsmenge zeitweise mindern. Nantes Métropole hatte diesen Zusammenhang bereits als Risiko für die Trinkwassergewinnung beschrieben.
Das Umweltministerium sprach schon im Juli von einer außergewöhnlich frühen und schweren Dürre. Besonders betroffen war das Zentralmassiv, in dem wichtige Zuflüsse der Loire entspringen. Die natürlichen Abflüsse erreichten demnach historische Tiefstände für einen Juli. Speicheranlagen mussten früher als üblich Wasser abgeben, um die Niedrigwasserführung zu stützen.
Die Behörden überwachen nun fortlaufend Abfluss, Wasserqualität und Entnahmekapazitäten. Welche Beschränkungen an einem bestimmten Ort gelten, lässt sich über das staatliche Informationsportal VigiEau prüfen.
Quellen
- Franceinfo
- Präfektur Loiret
- Ministerium für ökologischen Wandel
- Nantes Métropole
- Präfektur Loire-Atlantique
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).