Umwelt

Londoner Umweltzone mit besserer Lungenentwicklung bei Kindern verbunden

Eine Langzeitstudie mit 3.414 Kindern verbindet die Einführung der Londoner Umweltzone mit einer schnelleren Verbesserung der Lungenfunktion. Parallel ging die Belastung durch verkehrsbedingtes Stickstoffdioxid deutlich zurück.

London – 24.08.2026: Sauberere Verkehrsluft kann offenbar dazu beitragen, beeinträchtigtes Lungenwachstum bei Kindern teilweise aufzuholen. Darauf deutet eine Langzeitstudie zur Londoner Ultra-Niedrigemissionszone ULEZ hin, deren Ergebnisse im August vorgestellt wurden. Nach Einführung der Zone sank die Belastung durch verkehrsbedingtes Stickstoffdioxid; zugleich entwickelte sich die Lungenfunktion der untersuchten Londoner Grundschulkinder günstiger als in einer Vergleichsstadt ohne eine solche Regelung.

Für die CHILL-Studie begleiteten die Forschenden von 2018 bis 2022 insgesamt 3.414 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren an 84 Grundschulen. 1.664 von ihnen lebten im Zentrum Londons, weitere 1.750 im rund 50 Kilometer entfernten Luton. Die Stadt diente als Vergleichsort, weil dort keine Umweltzone galt, die Verkehrsbelastung nach Einschätzung des Forschungsteams jedoch vergleichbar war.

Untersucht wurde unter anderem die Einsekundenkapazität FEV1. Sie gibt an, wie viel Luft ein Mensch nach maximalem Einatmen innerhalb einer Sekunde kraftvoll ausatmen kann. Vor Einführung der ULEZ war dieser Wert bei den Londoner Kindern im Mittel niedriger als in Luton. Ihre Belastung mit Stickstoffdioxid lag zugleich um 19 Mikrogramm pro Kubikmeter höher.

Während der folgenden vier Jahre nahm die Stickstoffdioxid-Exposition der Londoner Kinder laut Studie mehr als doppelt so stark und doppelt so schnell ab wie in Luton. Parallel stieg ihre FEV1-Kapazität jährlich um etwa zehn Milliliter stärker. Am Ende des Beobachtungszeitraums lagen die Durchschnittswerte beider Gruppen auf einem vergleichbaren Niveau.

Auch der Anteil der Kinder mit klinisch auffälliger Lungenfunktion verringerte sich in London von 14 auf 9 Prozent. In Luton sank er von 9 auf 7 Prozent. Die Forschenden werten dies als Anzeichen dafür, dass sich ein durch Abgase beeinträchtigtes Lungenwachstum bei sinkender Belastung zumindest teilweise erholen kann. Da die Untersuchung als natürliches Experiment angelegt ist, weist sie einen engen Zusammenhang nach, kann die Umweltzone aber nicht als alleinige Ursache bestimmen.

Die ULEZ trat am 8. April 2019 im Zentrum Londons in Kraft. Fahrzeuge, die festgelegte Abgasstandards nicht erfüllen, müssen für Fahrten innerhalb der Zone eine Tagesgebühr entrichten. Die Regelung zielt vor allem darauf, gesundheitsschädliche Emissionen des Straßenverkehrs zu senken.

Beteiligt waren unter anderem die Queen Mary University of London, das Imperial College London und die University of Oxford. Veröffentlicht wurde die Untersuchung in The Lancet Public Health. Trotz der gemessenen Fortschritte lag die Luftbelastung in London und Luton weiterhin über den Leitwerten der Weltgesundheitsorganisation.

Quellen

  • Franceinfo: ZFE in London und Kindergesundheit
  • Queen Mary University of London: CHILL-Studie
  • University of Oxford: Studienzusammenfassung
  • Transport for London: Einführung der ULEZ

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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