Kultur

Louvre öffnet Galerie d’Apollon nach Einbruch wieder

Neun Monate nach dem Einbruch vom 19. Oktober 2025 ist die Galerie d'Apollon im Louvre wieder zugänglich. Die historischen Schmuckstücke und Vitrinen bleiben vorerst entfernt, damit die Architektur und Dekoration des Saals im Mittelpunkt…

Paris – 22.07.2026: Die Galerie d'Apollon im Musée du Louvre ist am Mittwoch wieder für Besucher geöffnet worden. Der Saal im Denon-Flügel auf der ersten Etage war seit dem Einbruch vom 19. Oktober 2025 geschlossen. Bei der Wiedereröffnung sind weder Schmuckstücke noch Ausstellungsvitrinen zu sehen. Der Louvre stellt stattdessen die außergewöhnliche Architektur und die künstlerische Ausstattung des historischen Raums in den Mittelpunkt.

Die Galerie war lange ein zentraler Präsentationsort für kostbare Objekte aus den Sammlungen des Museums. Nach Angaben des Kulturministeriums waren beim Einbruch zwei Hochsicherheitsvitrinen Ziel der Täter. Acht Objekte von unschätzbarem kulturhistorischem Wert wurden entwendet. Darunter befanden sich Stücke aus den Garnituren von Königin Marie-Amelie, Königin Hortense, Kaiserin Marie-Louise und Kaiserin Eugenie. Verletzt wurde damals niemand.

Die Leitung des Louvre begründet die neue Nutzung damit, dass die Galerie ursprünglich als repräsentativer Durchgangs- und Aufenthaltsraum konzipiert war. Direktor Christophe Leribault erklärte bei der Wiedereröffnung, der Saal solle nicht als leer verstanden werden. Besucher könnten ihn nun wieder als Raum zum Gehen, Betrachten und Verweilen erleben. Die Verbindung zwischen der Rotunde d'Apollon, dem Salon Carre und der Grande Galerie wird damit erneut sichtbar.

Die Galerie d'Apollon entstand in ihrer heutigen Gestalt überwiegend im 17. Jahrhundert und gilt als eines der bedeutendsten Dekorationsensembles des Louvre. Nach einem Brand von 1661 wurde sie unter dem Architekten Louis Le Vau und dem Maler Charles Le Brun neu gestaltet. Das Programm rund um den Sonnengott Apollon verherrlicht Ordnung, Kunst und königliche Macht. Die Anlage wurde später zu einem wichtigen Vorbild für die Spiegelgalerie von Versailles.

Zu den prägenden Künstlern des Saals zählen Charles Le Brun, der Bildhauer Francois Girardon sowie Eugene Delacroix. Delacroix schuf im 19. Jahrhundert das zentrale Deckengemälde mit Apollon als Sieger über die Schlange Python. Die Galerie ist 61,34 Meter lang, 15 Meter hoch und umfasst rund 600 Quadratmeter. Wandmalereien, Stuck, Skulpturen und Gobelin-Wandteppiche bleiben weiterhin vollständig sichtbar.

Die nach dem Einbruch ausgeräumten Sammlungen sollen nicht dauerhaft verschwinden. Laut den bei der Wiedereröffnung genannten Plänen wird die zuvor in der Galerie gezeigte Edelsteinsammlung in den kommenden Monaten im Richelieu-Flügel untergebracht. Für die besonders wertvollen Schmuckstücke ist eine gesicherte Ausstellungslösung vorgesehen. Ein konkretes Datum für ihre Rückkehr in eine öffentliche Präsentation wurde nicht genannt.

Die Wiedereröffnung setzt nach Monaten der Schließung ein sichtbares Zeichen der Rückkehr zum regulären Museumsbetrieb. Zugleich erinnert die nun gesicherte Zugangsseite zur Seine an den Einbruch vom Oktober 2025. Für das Publikum verändert sich der Blick auf den Saal: Nicht einzelne Preziosen, sondern die Galerie selbst, ihre Geschichte und ihre kunsthistorische Bedeutung bilden wieder den Kern des Besuchs.

Quellen

  • Musée du Louvre, Pressemitteilung zur Wiedereröffnung der Galerie d'Apollon
  • Französisches Kulturministerium, Pressemitteilung zum Einbruch vom 19. Oktober 2025
  • AFP-Bericht zur Wiedereröffnung

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).