Wirtschaft

Lyon stellt zehn Millionen Euro für beschädigte Geschäfte bereit

Nach den Plünderungen vom 17. Oktober sollen betroffene Händler in Lyon rasch Unterstützung erhalten. Doch Kriterien, Fristen und Umfang vieler Hilfen sind noch offen.

Lyon – 20.10.2026: Nach den Plünderungen und Verwüstungen vom 17. Oktober versuchen viele Ladeninhaber in Lyon, zwischen zerbrochenen Schaufenstern, beschädigter Einrichtung und leeren Regalen wieder handlungsfähig zu werden. Die Metropole Lyon hat dafür einen Notfallfonds von zehn Millionen Euro angekündigt. Er soll Gewerbetreibenden, Handwerksbetrieben und Unternehmen helfen, die von den Ausschreitungen betroffen waren.

Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden in Lyon mehr als 200 Geschäfte beschädigt, darunter 157 auf der Presqu'île zwischen Rhône und Saône. Die Schäden reichen von eingeschlagenen Scheiben bis zu geplünderten Verkaufsräumen. Die Betriebe müssen Waren und Arbeitsgeräte ersetzen, Räume sichern und zugleich klären, wann sie wieder öffnen und ihre Beschäftigten einsetzen können. Zu den unmittelbaren Sachschäden kommen Umsatzausfälle in weiterhin geschlossenen Läden.

Die Metropole will den Fonds für Soforthilfen, Schutzmaßnahmen und die Wiederbeschaffung beschädigter Arbeitsmittel nutzen. Wie viel einzelne Betriebe erhalten und nach welchen Kriterien über die Anträge entschieden wird, ist noch nicht veröffentlicht. Die Industrie- und Handelskammer Lyon Métropole Saint-Étienne Roanne kündigte zusätzlich einen Sofortbetrag von 3.000 Euro je betroffenem Händler an. Die Handwerkskammer verweist auf Hilfen von bis zu 1.500 Euro für anspruchsberechtigte Betriebe.

Auch die französische Regierung legte am Dienstag ein Hilfspaket für Geschäfte vor, die am 17. und 18. Oktober beschädigt wurden. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden landesweit mindestens 3.000 Läden verwüstet. Vorgesehen sind vollständig staatlich finanzierte Kurzarbeit, Zahlungsaufschübe bei Sozialabgaben und Steuern sowie zinslose Darlehen von bis zu 50.000 Euro über die staatliche Förderbank Bpifrance. Kleine Unternehmen mit erheblichen Schäden und Umsatzausfällen sollen außerdem pauschale Unterstützung erhalten. Einzelheiten dazu stehen noch aus.

Für die Händler ist entscheidend, wie schnell das Geld tatsächlich verfügbar wird. Die Hilfen können Liquiditätsengpässe mildern, decken aber nicht automatisch den gesamten wirtschaftlichen Verlust. Versicherer haben die Frist für Schadenmeldungen auf 30 Tage verlängert und Vorschüsse für besonders dringende Fälle zugesagt. Betroffene müssen dennoch Schäden dokumentieren, Anzeige erstatten, ihre Versicherungen informieren und mehrere Anträge koordinieren, während sie Reparaturen organisieren.

In Lyon soll die Handelskammer die Anträge bündeln und Geschäftsleute an Versicherungen, Steuerverwaltung und Sozialkassen vermitteln. Für den 21. Oktober ist dort ein Termin mit Sicherheitskräften geplant, um Strafanzeigen zu erleichtern. Die Stadt kündigte zugleich eine stärkere Präsenz ihrer Kommunalpolizei in den Einkaufsstraßen an. Wann die ersten Mittel aus dem Zehn-Millionen-Euro-Fonds ausgezahlt werden, wurde bislang nicht mitgeteilt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
  • Lyon Demain
  • Lyon Entreprises
  • Le Progrès

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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