Bron – 03.08.2026: Mediziner des Kinderkrankenhauses Femme Mère Enfant bei Lyon warnen vor einer deutlichen Zunahme schwerer E-Scooter-Unfälle bei Kindern und Jugendlichen. Anlass ist eine Anfang Juli in der Fachzeitschrift Neurosurgery veröffentlichte Studie. Untersucht wurden Kopfverletzungen von Zwei- bis 18-Jährigen, die zwischen 2021 und 2025 nach einem Unfall kinder-neurochirurgisch beurteilt werden mussten.
Die Zahl der schweren Fälle mit E-Scootern stieg in diesem Zeitraum von einem im Jahr 2021 auf 25 im Jahr 2025. Die Verletzungen waren nach Angaben der Forscher gravierender als bei Fahrradunfällen und mit den Folgen von Motorradunfällen vergleichbar. Grundlage der Untersuchung waren Krankenakten des Krankenhauses Femme Mère Enfant, das zu den Hospices Civils de Lyon gehört.
Besonders folgenschwer sind Schädel-Hirn-Traumata. Die behandelnden Ärzte berichten von Blutungen im Schädel, Knochenbrüchen und neurologischen Schäden, die lange Klinikaufenthalte und teilweise eine Rehabilitation erfordern. Rund ein Drittel der erfassten jungen Patienten wies bei der Nachbeobachtung mittelgradige bis schwere dauerhafte Beeinträchtigungen auf. Dazu zählen Konzentrationsprobleme, starke Erschöpfung, Schwindel und Lernschwierigkeiten. Solche Folgen können Schulbesuch, Ausbildung und Alltag der Betroffenen erheblich belasten.
Nach Einschätzung des Studienautors Pierre Petitet unterschätzen viele Familien die Risiken, obwohl E-Scooter motorisierte Fahrzeuge sind. Die Auswertung ergab, dass 68,2 Prozent der erfassten Unfälle ohne Beteiligung eines anderen Fahrzeugs geschahen. Kontrollverlust und Stürze spielen demnach eine wesentliche Rolle. Nur ein geringer Teil der verletzten E-Scooter-Fahrer hatte einen Helm getragen.
Die Klinik betrachtet schwere E-Scooter-Verletzungen inzwischen als relevantes Problem der Kinder- und Jugendmedizin. Professor Étienne Javouhey, Leiter der pädiatrischen Notfall- und Intensivmedizin des Krankenhauses, hatte bereits auf die wachsende Zahl entsprechender Notfälle hingewiesen. Neurologische Schäden wiegen bei jungen Menschen besonders schwer, weil sie sich auf eine noch nicht abgeschlossene körperliche und geistige Entwicklung auswirken können.
Auch die Stadt Lyon hat auf die Unfallentwicklung reagiert. Seit dem 3. Juli 2026 kontrolliert die Kommunalpolizei verstärkt besonders gefährliche Regelverstöße. Geahndet werden unter anderem Fahrten zu zweit, die Nutzung von Gehwegen, manipulierte Fahrzeuge, überhöhte Geschwindigkeit und das Fahren durch Kinder unter 14 Jahren. Nicht vorschriftsmäßige oder unversicherte Fahrzeuge können beschlagnahmt werden.
Nach Angaben der Stadt starben 2025 in Frankreich 79 E-Scooter-Nutzer. Im Département Rhône wurden sechs Menschen auf motorisierten Kleinstfahrzeugen getötet; 2024 war es ein Todesopfer gewesen. Das Lyoner Klinikteam fordert angesichts der Verletzungsschwere konsequente Prävention und wirksamen Kopfschutz.
Quellen
- Franceinfo
- Hospices Civils de Lyon
- PubMed
- Ville de Lyon
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).