Mit scharfen Worten hat der Erste Sekretär der französischen Sozialistischen Partei (PS), Olivier Faure, Präsident Emmanuel Macron wegen dessen Urlaubsauftritt am Fort de Brégançon kritisiert. Auslöser ist ein Titelbild des Magazins Paris Match, das den Staatschef auf einem Jetski während seines Sommerurlaubs zeigt – ausgerechnet in einer Phase, in der Frankreich unter einer schweren Hitzewelle und zahlreichen Waldbränden leidet.
Auf der Plattform X schrieb Faure:
„Während der Hitzewelle, während Frankreich brennt und ein Teil der Franzosen sich keinen Urlaub leisten konnte, vergnügt sich der Präsident auf einem Jetski in Brégançon. Ist das die Botschaft? Dann ist sie bestens gelungen.“
Für den PS-Vorsitzenden vermittelt die Bildsprache des Präsidenten ein Signal, das in deutlichem Widerspruch zur aktuellen Lage des Landes steht. Frankreich erlebt erneut außergewöhnlich hohe Temperaturen, zahlreiche Départements sind von extremer Hitze betroffen, gleichzeitig kämpfen Einsatzkräfte in mehreren Regionen gegen Wald- und Vegetationsbrände.
Die aktuelle Ausgabe von Paris Match trägt den Titel „Dernier été aux commandes“ („Letzter Sommer am Steuer“) und begleitet Emmanuel Macron während seines Aufenthalts in der Präsidentenresidenz Fort de Brégançon. Neben den Jetski-Aufnahmen berichtet das Magazin über seine sportlichen Aktivitäten, darunter Boxtraining, Jogging und Surf-Foil.
Die Debatte ist allerdings keineswegs neu. Bereits in früheren Sommerurlauben hatten Bilder des Präsidenten bei Freizeitaktivitäten – insbesondere auf dem Jetski – Kritik ausgelöst. Vertreter der Opposition, vor allem aus dem linken und ökologischen Lager, warfen Macron wiederholt vor, in Zeiten sozialer oder klimatischer Krisen ein unangemessenes Bild von Präsidentschaft zu vermitteln. Ähnliche Kontroversen gab es bereits in den Jahren 2020 und 2022.
Ob die neuerliche Kritik politische Folgen haben wird, bleibt offen. Sie verdeutlicht jedoch einmal mehr, wie stark symbolische Bilder und öffentliche Inszenierungen in Frankreich Teil der politischen Auseinandersetzung sind. Gerade in Zeiten von Klimakrise und sozialer Unsicherheit wird nicht nur die Politik eines Präsidenten bewertet, sondern auch die Wirkung seiner öffentlichen Auftritte.
Von Andreas Brucker