Politik & Gesellschaft

Macron berät mit Regierung über landesweite Schülerproteste

Nach landesweiten Demonstrationen von Schülerinnen, Schülern und Studierenden empfängt Präsident Emmanuel Macron am Dienstagabend Premierminister Sébastien Lecornu sowie die Minister für Inneres und Bildung. Das Innenministerium zählte 256.000 Teilnehmer.

Paris – 06.10.2026: Präsident Emmanuel Macron empfängt am Dienstagabend im Élysée-Palast Premierminister Sébastien Lecornu, Innenminister Laurent Nuñez und Bildungsminister Édouard Geffray. Anlass ist die dritte landesweite Protestwelle von Schülerinnen, Schülern und Studierenden. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich 256.000 Menschen, darunter 56.000 in Paris. Jugendgewerkschaften nannten mindestens 450.000 Demonstrierende im ganzen Land und 100.000 in der Hauptstadt.

Die Beratungen folgen auf einen Protesttag, an dem sich die Bewegung weit über Paris hinaus ausbreitete. In der Hauptstadt führte der Demonstrationszug von der Place de la République zur Place de la Nation. Kundgebungen und Blockaden gab es unter anderem in Marseille, Straßburg, Lille und Rennes. Die Jugendlichen fordern zusätzliche Mittel für Schulen, mehr Personal und bessere Lernbedingungen an staatlichen Bildungseinrichtungen.

Nach Angaben des Bildungsministeriums waren am Dienstag 891 Schulen vollständig oder teilweise von Unterrichtsausfällen betroffen. Die Proteste hatten Mitte September an einem Gymnasium im Großraum Paris begonnen und sich anschließend über soziale Netzwerke und Schülervertretungen ausgeweitet. Inzwischen unterstützen auch Lehrerverbände, Elterninitiativen und Gewerkschaften die Mobilisierung. Die Gewerkschaft CGT und studentische Organisationen beteiligten sich an den Aufrufen.

Die Regierung muss auf die materiellen Forderungen der Jugendlichen reagieren und zugleich die öffentliche Ordnung sichern. In mehreren Städten kam es während der Proteste zu Sachbeschädigungen und Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Das Justizministerium berichtete am 5. Oktober von schweren Ausschreitungen am Rand der Schulproteste. Die Gewalt habe sich gegen Polizeikräfte, Beschäftigte des Bildungswesens und öffentliche Einrichtungen gerichtet.

Innenminister Nuñez hatte die Polizeieinsätze zuvor als weitgehend verhältnismäßig bezeichnet. Zugleich wurden Vorwürfe gegen Einsatzkräfte laut. Innen- und Bildungsministerium hatten bereits am 30. September eine gemeinsame Lagebesprechung mit Präfekten und Bildungsbehörden organisiert. Mit Macrons persönlicher Beteiligung erreicht die politische Befassung nun die höchste Ebene der französischen Staatsführung.

Für Lecornus Regierung ist die Lage heikel. Sie will gegenüber den Jugendlichen Gesprächsbereitschaft erkennen lassen, ohne den Eindruck zu erwecken, unter dem Druck der Straße zurückzuweichen. Bildungsminister Geffray erklärte am Morgen, Demonstrationen gehörten zu einer funktionierenden sozialen und schulischen Demokratie. Sein Ministerium richtete zudem eine Internetplattform ein, über die Schülerinnen und Schüler Probleme und Reformvorschläge anonym übermitteln können.

Die abweichenden Teilnehmerzahlen entsprechen der üblichen Differenz zwischen amtlichen Zählungen und gewerkschaftlichen Schätzungen. Selbst die niedrigere Zahl des Innenministeriums weist jedoch eine landesweit starke Mobilisierung aus: 256.000 Menschen beteiligten sich demnach an den von Jugendlichen getragenen Protesten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Innenministerium
  • Französisches Bildungsministerium
  • Französisches Justizministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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