Bobigny – 05.09.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bei der siebten Nationalen Konferenz für Menschen mit Behinderung 65 Maßnahmen angekündigt. Die am 4. September im Prisme in Bobigny vorgestellte Strategie reicht bis 2029. Sie soll den Zugang zu Behörden, Bildung, Arbeit, Wohnraum, Kultur und digitalen Angeboten erleichtern.
Bei der Barrierefreiheit setzt die Regierung unter anderem auf zugängliche Bezahlterminals und eine stärkere Verbreitung von Fernbedienungen für akustische Ampelsignale. Bis Ende 2026 sollen außerdem alle 250 als wesentlich eingestuften Verwaltungsverfahren online barrierefrei nutzbar sein. Im Januar erfüllten nach Angaben aus dem Umfeld der Konferenz erst sieben Prozent dieser digitalen Dienste die Anforderungen vollständig.
Für den Arbeitsmarkt kündigte Macron an, die Zahl der Plätze in der begleiteten Beschäftigung bis 2028 auf 20.000 zu erhöhen. Das Modell verbindet eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit dauerhafter fachlicher Unterstützung. Eine nationale Konsultation soll zudem Hindernisse beim Zugang zu einzelnen Berufen erfassen. Auch die Anpassung von Arbeitsplätzen soll stärker in die reguläre Arbeitsvermittlung einbezogen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die schulische Inklusion. Ab 2027 soll ein einheitlicher Bildungsweg von der Vorschule bis zum Abitur Wechsel zwischen verschiedenen Zuständigkeiten erleichtern. Macron verwies darauf, dass 2025 mehr als 550.000 Schülerinnen und Schüler mit Behinderung Regelschulen besuchten; 2017 waren es 321.000. Die Zahl der Schulbegleiter stieg im selben Zeitraum von 43.000 auf mehr als 140.000.
Beim Wohnen sieht der Plan ein nationales Verzeichnis barrierefreier Sozialwohnungen vor. Haushalte sollen so leichter Unterkünfte mit bekannten Zugänglichkeitsmerkmalen finden. Für Bibliotheken, Museen, Baudenkmäler, Verlage und Kinos formuliert die Regierung weitere Ziele. Ende 2026 soll zudem die Vorbereitung einer nationalen Strategie für Autismus und andere neurologische Entwicklungsstörungen beginnen, die von 2027 bis 2032 gelten soll.
Die Konferenz findet laut Gesetz alle drei Jahre unter Vorsitz des Staatspräsidenten statt. Macron stellte die Ankündigungen in die Tradition des französischen Behindertengesetzes vom 11. Februar 2005. Die Regierung verweist zugleich auf die seit dem 1. Dezember 2025 geltende vollständige Kostenübernahme von Rollstühlen durch die Krankenversicherung und auf die Entkoppelung der Beihilfe für Erwachsene mit Behinderung vom Einkommen ihrer Partner.
Ein Gesamtbudget für die 65 Maßnahmen nannte Macron nicht. Arnaud de Broca, Präsident des Verbändebündnisses Collectif Handicaps, bezeichnete dies als Schwachstelle. Der Nationale Beratende Rat für Menschen mit Behinderung fordert vor allem wirksamere Kontrollen und Sanktionen, wenn gesetzliche Vorgaben zur Barrierefreiheit nicht eingehalten werden.
Quellen
- Élysée-Palast
- Ministerium für Gesundheit, Familien, Autonomie und Menschen mit Behinderung
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).