Paris – 27.07.2026: Präsident Emmanuel Macron leitet an diesem Montag im Innenministerium einen interministeriellen Krisenstab zu den schweren Wald- und Vegetationsbränden im Südwesten Frankreichs. Anlass ist vor allem das Feuer in der Gironde, das am Mittwoch, dem 22. Juli, bei Saumos nordwestlich von Bordeaux ausgebrochen war. Nach der fünften Einsatznacht meldete die Präfektur keine wesentliche weitere Ausbreitung.
Die verbrannte Fläche wird weiterhin auf rund 42.000 Hektar geschätzt. Das Feuer bedrohte zunächst die Halbinsel Cap Ferret und das Becken von Arcachon, später bewegte es sich in Richtung der Metropolregion Bordeaux. Tausende Feuerwehrleute waren im Einsatz. Auch nachdem die Fronten vorerst stabilisiert wurden, sichern die Kräfte Brandränder, überwachen gefährdete Gebiete und halten Zufahrtswege für weitere Einsätze frei.
Frankreich bekämpft zugleich zahlreiche andere Feuer. Innenminister Laurent Nuñez hatte am Freitag erklärt, seit Jahresbeginn seien landesweit mehr als 50.000 Hektar verbrannt; zu diesem Zeitpunkt liefen Einsätze gegen 32 weitere Brände. Auf Macrons Ersuchen aktivierte Frankreich zudem den EU-Katastrophenschutzmechanismus. Darüber wurden zusätzliche Löschkapazitäten angefordert, darunter kroatische Canadair-Flugzeuge.
In der Gironde ordnete Präfektin Sophie Brocas in der Nacht zum Montag weitreichende Schutzmaßnahmen für Jugendgruppen an. Ferienlager, mehrtägige Kinder- und Jugendfreizeiten sowie Pfadfinderaufenthalte mit Übernachtung dürfen vorerst nicht stattfinden. Das Verbot erfasst auch organisierte Ferienaufenthalte von Menschen mit Behinderung. Zuvor hatte Brocas Touristen aufgerufen, Reisen in das Département zu verschieben oder ein anderes Ziel zu wählen.
Die Evakuierungen prägen die Lage weit über das eigentliche Brandgebiet hinaus. Nach den am Montag verbreiteten Behördenangaben wurden im Verlauf des Einsatzes insgesamt 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Die Zahl umfasst verschiedene Phasen der Räumungen. Die Gendarmerie dokumentierte bereits am 24. Juli umfangreiche Einsätze an Land und auf dem Wasser, insbesondere bei der Evakuierung der Halbinsel Cap Ferret.
Der Krisenstab am Place Beauvau soll die Arbeit der beteiligten Ministerien sowie die Zusammenarbeit von Staatsverwaltung, Sicherheitskräften, Streitkräften und Katastrophenschutz koordinieren. Zugleich wird die seit den verheerenden Waldbränden vergangener Jahre ausgebaute Vorsorge praktisch erprobt. Die Präfektur hatte im Februar auf die dauerhafte Verstärkung der Infrastruktur für Löschflugzeuge im Südwesten verwiesen.
Die nächtliche Stabilisierung ist daher lediglich eine Zwischenbilanz. Das großflächige Verbot von Jugendaufenthalten zeigt, dass die Behörden weiterhin mit erheblichen Gefahren rechnen. Einsatzkräfte bleiben in voller Stärke vor Ort und setzen die Überwachung, Verkehrslenkung sowie den Schutz evakuierter und bedrohter Gemeinden fort.
Quellen
- Ministère de l'Intérieur
- Préfecture de la Gironde
- Gendarmerie nationale
- Le Monde
- Euronews
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).