New York – 22.09.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen vor einer Rückkehr zur Herrschaft des Stärkeren gewarnt. Die internationale Ordnung werde durch Imperialismus, Machtkonzentration und Gewalt ohne verbindliche Regeln bedroht, sagte Macron am Dienstag in New York. Er rief die Staaten dazu auf, die Vereinten Nationen als Ort gemeinsamer Entscheidungen und der Durchsetzung des Völkerrechts zu stärken.
Macron richtete seine Kritik erkennbar an mehrere Großmächte, ohne sie ausdrücklich zu nennen. Staaten dürften Grenzen nicht mit Gewalt verschieben, die Souveränität anderer Völker nicht missachten und über globale Fragen wie den Klimaschutz oder Künstliche Intelligenz nicht allein bestimmen. Der französische Präsident stellte die Weltgemeinschaft damit vor eine grundsätzliche Wahl: Entweder akzeptiere sie eine ungeordnete Machtpolitik, oder sie verteidige eine internationale Ordnung, in der Regeln auch starke Staaten binden.
Für den Krieg gegen die Ukraine schlug Macron einen beiderseitigen Stopp der Angriffe auf Energieanlagen in Russland und der Ukraine vor. Ergänzend regte er eine Vereinbarung für das Schwarze Meer an. Sie solle den Getreideverkehr absichern und damit zur Versorgung jener Länder beitragen, die besonders stark von Importen abhängig sind. Bereits am Vortag hatte Macron nach einem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump erklärt, beide wollten auf eine solche Begrenzung der Angriffe hinarbeiten.
Auch der Krieg im Gazastreifen war Gegenstand der Rede. Ein Jahr nach der Anerkennung eines palästinensischen Staates durch Frankreich bei den Vereinten Nationen kritisierte Macron die fortdauernde Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft. Eine Zweistaatenlösung bleibe nach seiner Darstellung die Voraussetzung für eine dauerhafte Sicherheit Israels und seiner Bevölkerung. Damit ordnete er die französische Nahostpolitik in sein Plädoyer für eine regelgebundene Weltordnung ein.
Bei der Künstlichen Intelligenz warb Macron für eine Zusammenarbeit jener Staaten, die weder von den Vereinigten Staaten noch von China abhängig sein wollten. Sie sollten Rechenkapazitäten und Investitionen bündeln, um ein leistungsfähiges und offen zugängliches Modell zu entwickeln. Der Vorschlag verbindet das Streben nach technologischer Eigenständigkeit mit industriepolitischen Interessen. Frankreich bemüht sich seit Längerem darum, Europa als eigenständigen Akteur zwischen den beiden führenden digitalen Großmächten zu positionieren.
Der Auftritt war Macrons letzte Rede vor der Generalversammlung während seiner zweiten Amtszeit, die im Mai 2027 endet. Seine Reise nach New York dauert vom 21. bis zum 23. September. Neben der Teilnahme an der Generalversammlung führte er Gespräche mit Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Frankreich bekräftigte dabei seine Unterstützung für die ukrainische Energieversorgung nach russischen Angriffen. Die Begegnungen gaben Macrons Grundsatzrede einen konkreten diplomatischen Rahmen: Waffenstillstandsmodelle, Ernährungssicherheit und technologische Souveränität standen auf seiner New Yorker Agenda.
Quellen
- France 24
- Agence France-Presse
- Élysée
- Vereinte Nationen
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).