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Mairie in Not: Breil-sur-Roya „verbietet“ Naturkatastrophen

Mit einer provokanten Geste macht der Bürgermeister von Breil-sur-Roya im Département Alpes-Maritimes auf ein drängendes Problem aufmerksam: Die Gemeinde ist seit dem 31. Dezember 2024 ohne Versicherungsschutz. Um die Absurdität der Situation zu unterstreichen, hat Bürgermeister Sébastien Olharan (Les Républicains) ein symbolisches Dekret erlassen, das Naturkatastrophen offiziell verbietet. Ein Hilferuf per Verordnung In seiner Erklärung…

Breil-sur-Roya (Wikipedia)

Mit einer provokanten Geste macht der Bürgermeister von Breil-sur-Roya im Département Alpes-Maritimes auf ein drängendes Problem aufmerksam: Die Gemeinde ist seit dem 31. Dezember 2024 ohne Versicherungsschutz. Um die Absurdität der Situation zu unterstreichen, hat Bürgermeister Sébastien Olharan (Les Républicains) ein symbolisches Dekret erlassen, das Naturkatastrophen offiziell verbietet.

Ein Hilferuf per Verordnung

In seiner Erklärung vom 2. Januar erklärte Olharan: „Ich habe beschlossen, ein kommunales Verbot von Naturkatastrophen und anderen Schäden zu erlassen, um die Hilflosigkeit der Gemeinden gegenüber dem französischen Versicherungssystem zu verdeutlichen.“ Diese Aktion – eine Mischung aus Sarkasmus und Verzweiflung – soll die dramatische Lage der Gemeinde aufzeigen, die weder ihren öffentlichen Besitz noch das Vermögen der Steuerzahler ausreichend schützen kann.

Die Ursache der Misere reicht zurück bis zur verheerenden Sturmkatastrophe Alex im Oktober 2020, die große Teile der Region zerstörte. Obwohl die Gemeinde über 20 Jahre bei Smacl Assurances versichert war, kündigte diese den Vertrag zum Jahresende 2024 – offenbar eine direkte Folge der hohen Schadenszahlungen nach der Naturkatastrophe.

Keine Versicherung, keine Angebote

Nachdem die Kündigung bekannt wurde, versuchte die Gemeinde, neue Versicherer zu finden – ohne Erfolg. Keine einzige Versicherungsgesellschaft war bereit, ein Angebot zu unterbreiten. Als letzte Hoffnung wandte sich Breil-sur-Roya an das Verwaltungsgericht, um den bisherigen Versicherer zur Verlängerung des Vertrags um ein Jahr zu zwingen.

Tatsächlich willigte die Versicherung ein, bestimmte Grundgarantien wie die Haftpflicht für Beamte und gewählte Vertreter bis Ende 2025 aufrechtzuerhalten. Doch die Gebäudeversicherung – für die 70 kommunalen Gebäude der Gemeinde entscheidend – blieb ungelöst. Ein Gerichtsbeschluss, der die Weigerung der Versicherung stützt, verschärfte die Krise zusätzlich.

Was, wenn der Ernstfall eintritt?

„Wenn es zu einem Schadensfall kommt, wären die finanziellen Folgen für unsere ohnehin fragile Haushaltslage katastrophal“, klagt Olharan. Der Bürgermeister hat zwar das zentrale Tarifierungsbüro eingeschaltet, das Versicherungen verpflichten kann, einen Basisschutz zu gewähren. Doch selbst eine solche Lösung wäre teuer, mit hohen Eigenbeteiligungen und stark eingeschränkten Leistungen.

Symbolik und Appell

Mit seinem ironischen Dekret möchte Olharan ein Zeichen setzen – sowohl gegenüber den Versicherern als auch der Politik. Er hofft, dass die Aktion die Verantwortlichen wachrüttelt, um ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern.

Die Frage bleibt: Wie können kleine Gemeinden wie Breil-sur-Roya in einem System bestehen, das sie im Ernstfall allein lässt? Es ist nicht nur ein Problem einer kleinen Kommune, sondern ein Weckruf für die gesamte Republik.

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