Paris – 24.09.2026: Die Europaabgeordnete Manon Aubry von La France insoumise hat den Sinn eines neuen Wahlbündnisses mit den Sozialisten offen infrage gestellt. Im Sender Franceinfo warf sie dem Parti socialiste mangelnde politische Geschlossenheit vor. Ihre Bewegung wolle sich vorrangig an die Wählerinnen und Wähler wenden, nicht an andere Parteien, sagte Aubry.
Die Äußerungen folgen auf das erste Fernsehduell der sozialdemokratischen Vorwahl von Parti socialiste und Place publique. Bei der Debatte am 23. September in Boulogne-Billancourt gehörte das Verhältnis zu La France insoumise zu den wichtigsten Streitfragen. Fünf Bewerber traten an: Olivier Faure, Raphaël Glucksmann, Jérôme Guedj, Emmanuel Maurel und Ségolène Royal.
Glucksmann, Europaabgeordneter und Kandidat von Place publique, schloss ein Abkommen mit La France insoumise sowohl für die Präsidentschaftswahl als auch für die anschließenden Parlamentswahlen aus. Guedj vertrat eine ähnlich entschiedene Linie. Beide setzen darauf, mit einem eigenständigen sozialdemokratischen Angebot jene Wähler zurückzugewinnen, die eine Zusammenarbeit mit der Bewegung Jean-Luc Mélenchons ablehnen.
Der Erste Sekretär des Parti socialiste, Olivier Faure, verwies dagegen darauf, dass sozialistische Abgeordnete in der Nationalversammlung bei zahlreichen Sachfragen gemeinsam mit La France insoumise stimmen. Er warnte davor, politische Schnittmengen innerhalb der Linken vorschnell aufzugeben. Maurel erinnerte zudem an seine Wahl in die Nationalversammlung im Jahr 2024 unter dem gemeinsamen Banner des Nouveau Front populaire.
Aubrys Kritik zielte auf den Widerspruch zwischen punktueller Zusammenarbeit im Parlament und demonstrativer Abgrenzung im Wahlkampf. Sie bezweifelte außerdem, dass der Sieger der Vorwahl im Frühjahr tatsächlich zur Präsidentschaftswahl antreten werde. François Hollande, früherer Staatspräsident und heute sozialistischer Abgeordneter, stehe nach ihrer Darstellung als möglicher weiterer Bewerber bereit.
Hinter dem Streit steht eine seit den vorgezogenen Parlamentswahlen 2024 ungelöste strategische Frage. Damals brachte der Nouveau Front populaire Sozialisten, La France insoumise, Kommunisten und Ökologen in einem Wahlbündnis zusammen. Die gemeinsame Liste sollte verhindern, dass sich die Stimmen der Linken auf mehrere Kandidaturen verteilen. Seither haben sich jedoch die Konflikte über Führung, Außenpolitik und Mélenchons Rolle verschärft.
Für La France insoumise eröffnet die Distanz zur Vorwahl die Möglichkeit, sich als eigenständige Kraft zu präsentieren. Die Sozialisten müssen dagegen entscheiden, ob ihre Kandidatur dauerhaft auf Abgrenzung beruht oder spätere parlamentarische Absprachen zulässt. Beim ersten Fernsehduell am 23. September fand das Bewerberfeld darauf keine gemeinsame Antwort.
Quellen
- Franceinfo
- LCP – Assemblée nationale
- Le Monde
- Public Sénat
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).