Marseille – 04.09.2026: In einer Garage in Marseille stapeln sich Windeln, Verbandsmaterial, Schmerzmittel und Salben gegen Verbrennungen. Menschen aus der Stadt bringen Kartons vorbei, andere stellen Fahrzeuge, Laderaum oder Geld für Treibstoff bereit. Die Hilfsaktion richtet sich an Familien in Algerien, deren Dörfer seit Ende August von schweren Waldbränden betroffen sind.
Ausgangspunkt der Sammlung ist die Sorge um Angehörige und Freunde auf der anderen Seite des Mittelmeers. Ein in Marseille lebender Mann, dessen Familie aus El Milia stammt, rief über soziale Netzwerke zu Sachspenden auf. Nach seinen Angaben füllte sich die Garage binnen kurzer Zeit. Mehrere Transporter mit Hilfsgütern seien bereits nach Algerien aufgebrochen.
Gesammelt werden vor allem Dinge, die nach einem Brand unmittelbar benötigt werden: Kompressen, Wundsalben, Medikamente, Babynahrung, Wasser und Kleidung. Eine Helferin brachte unter anderem Salbe für Brandverletzungen, Verbandsmaterial und ein Schmerzmittel. Andere Unterstützer übernehmen Fahrkarten, Kraftstoff oder die Kosten für den Transport. So entsteht aus vielen kleinen Beiträgen eine privat organisierte Lieferkette zwischen Marseille und den betroffenen Orten.
Die Brände breiteten sich in mehreren Provinzen im Norden und Osten Algeriens aus. Besonders schwer betroffen ist nach Berichten der Nachrichtenagentur Associated Press die Provinz Jijel. Auch in Sétif und Guelma bekämpften Einheiten des Zivilschutzes, unterstützt von der Armee, einzelne Brandherde. Der Aufruf aus Marseille nennt zudem Béjaïa und Tizi Ouzou als betroffene Gebiete.
Das algerische Innenministerium gab zu Beginn der Krise zwölf Todesopfer bekannt. Diese offizielle Bilanz bezog sich auf Jijel und wurde von staatlichen Medien übernommen. In sozialen Netzwerken und lokalen Berichten kursieren deutlich höhere Zahlen, die sich bislang nicht unabhängig bestätigen lassen. Belastbar ist deshalb nur die Angabe von mindestens zwölf Toten.
Präsident Abdelmadjid Tebboune besuchte laut Associated Press spezialisierte Krankenhäuser in Algier, in denen Schwerverletzte behandelt werden. Er ordnete drei Tage Staatstrauer an, erklärte Jijel zum Katastrophengebiet und sagte staatliche Unterstützung sowie den Wiederaufbau zerstörter Häuser zu. Für betroffene Familien wurden außerdem Entschädigungen angekündigt.
In Marseille richtet sich der Blick nun auf den nächsten Transport. Ein Fahrzeug mit Anhänger soll am Samstag, dem 5. September 2026, per Fähre nach Algerien gebracht werden. Die privaten Sammelstellen können staatliche Katastrophenhilfe nicht ersetzen. Sie bringen jedoch gezielt Medikamente, Lebensmittel und Kleidung zu Familien, die durch die Feuer Wohnungen, Tiere oder Vorräte verloren haben.
Quellen
- franceinfo
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).