Paris – 18.10.2026: Zerbrochene Schaufenster, aufgerissene Pflastersteine und Glassplitter prägten am Sonntagmorgen Teile des Pariser Zentrums. Nach der landesweiten Mobilisierung am Samstag, 17. Oktober, meldeten die Behörden mehr als 1.800 Festnahmen in Frankreich. Allein in Paris wurden nach Angaben der Polizeipräfektur 855 Menschen festgenommen. Die Behörde sprach von einem Höchststand bei einem solchen Einsatz in der Hauptstadt.
Die Demonstrationen richteten sich gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und die Lage an den Schulen. Nach Angaben der Regierung gingen landesweit rund 550.000 Menschen auf die Straße, die Organisatoren nannten etwa 800.000 Teilnehmer. Viele Kundgebungen verliefen friedlich. In mehreren Städten lösten sich jedoch Gruppen aus den Demonstrationszügen, lieferten sich Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften oder drangen in Geschäfte ein.
In Paris konzentrierten sich die Zwischenfälle unter anderem auf das Umfeld der Place de la République. Nach Darstellung der Polizei formierten sich dort nicht angemeldete Züge mit teils mehreren Hundert Menschen. Einsatzkräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein, nachdem sie mit Feuerwerkskörpern, Steinen und anderen Gegenständen angegriffen worden waren. Die Polizei berichtete außerdem von Plünderungen in Einkaufsstraßen und erheblichen Schäden an Geschäften.
Die Pariser Stadtverwaltung hatte bereits am Samstagmorgen ihren Krisenstab aktiviert. Er koordinierte die kommunalen Dienste mit der Polizeipräfektur und organisierte die Sicherung und Reinigung betroffener Straßen. Bürgermeister Emmanuel Grégoire verurteilte die Gewalt und die Plünderungen. Zugleich erklärte die Stadt, die große Mehrheit der Demonstrierenden dürfe nicht mit jenen gleichgesetzt werden, die Menschen angegriffen oder Sachschäden verursacht hätten.
Auch aus Lyon und Marseille wurden schwere Vorfälle gemeldet. In Lyon brach nach Medienberichten in einem Tourismusbüro ein Feuer aus. In Marseille drangen Menschen vorübergehend in die Eingangshalle des Rathauses ein; zudem wurde ein Gebäude der kommunalen Polizei beschädigt. Die zuständigen Behörden müssen nun klären, welche konkreten Delikte den einzelnen Festgenommenen vorgeworfen werden können. Eine Festnahme bedeutet keine strafrechtliche Verurteilung.
Innenminister Laurent Nuñez machte gewaltbereite Gruppen für einen Teil der Eskalation verantwortlich. Andere hätten die Unruhen für Diebstähle genutzt. Justizminister Gérald Darmanin forderte die Staatsanwaltschaften auf, Gewalttaten und Plünderungen konsequent zu verfolgen. Angaben zu Tatbeteiligten und möglichen politischen Motiven sind Gegenstand der Ermittlungen.
Die Stadtspitzen von Paris, Marseille und Lyon verlangten nach den Ereignissen ein Treffen mit Premierminister Sébastien Lecornu. In den betroffenen Städten werden die Schäden an öffentlichen Einrichtungen, Geschäften und Straßen noch erfasst. Die Ermittler werten Videoaufnahmen, Zeugenaussagen und die bei den Einsätzen gesicherten Spuren aus.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Stadt Paris
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).