Johannesburg – 22.07.2026: Mehr als 160.000 ausländische Staatsangehörige haben Südafrika seit Ende Mai verlassen. Diese Zahl ergibt sich aus Angaben mehrerer Herkunftsstaaten, die von AFP am 21. Juli zusammengetragen wurden. Die Abreisen stehen im Zusammenhang mit einer Welle antimigrantischer Mobilisierungen, wachsendem Druck auf Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus und einzelnen gewaltsamen Übergriffen.
Die Zahl von mehr als 160.000 umfasst unterschiedliche Formen der Rückkehr und ist nicht mit einer ausschließlich staatlichen Abschiebungsstatistik gleichzusetzen. Viele Betroffene wurden nach Angaben von Regierungen ihrer Herkunftsländer mit Bussen oder Flügen zurückgebracht. Andere verließen Südafrika eigenständig. Angaben darüber, wie viele Rückkehrer einen regulären Aufenthaltsstatus besaßen, liegen nicht vollständig vor.
Die südafrikanische Regierung hatte am 12. Juli mitgeteilt, dass bis zum 11. Juli insgesamt 53.449 ausländische Staatsangehörige für Abschiebung oder Rückführung bearbeitet worden seien. Mehr als vier Fünftel dieser Gruppe stammten demnach aus Malawi. Zu den weiteren wichtigen Herkunftsländern zählten Simbabwe und Mosambik; unter den Betroffenen waren auch Menschen aus Nigeria, Uganda und Kenia.
Auslöser der angespannten Lage sind unter anderem Kundgebungen der Gruppe March and March. Die Bewegung fordert ein strengeres Vorgehen gegen Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere. Eine größere landesweite Mobilisierung fand am 30. Juni 2026 statt. Die Regierung wies das von Aktivisten verbreitete Ultimatum zurück, nach dem Menschen ohne Papiere das Land bis zu diesem Datum verlassen sollten.
Präsident Cyril Ramaphosa und das interministerielle Migrationskomitee betonen, dass die Kontrolle von Einwanderungsregeln allein Aufgabe staatlicher Stellen sei. Privatpersonen dürften weder Ausweispapiere verlangen noch Menschen aus Wohnungen, Geschäften oder öffentlichen Einrichtungen drängen. Einschüchterung, Gewalt und die Behinderung des Zugangs zu Schulen, Kliniken oder Krankenhäusern seien rechtswidrig.
Die Polizei ermittelt wegen mehrerer Vorfälle. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP wurden 350 Personen im Zusammenhang mit öffentlicher Gewalt, Einschüchterung und unerlaubten Kontrollen von Aufenthaltsdokumenten festgenommen. Der Tod von mindestens drei Migranten aus Mosambik und Malawi wird untersucht. Nigeria meldete zudem zwei Todesfälle eigener Staatsangehöriger, deren Zusammenhang mit den Protesten von südafrikanischen Behörden bestritten wird.
Für die Rückführungen richtete Südafrika unter anderem im Grenzort Musina ein zeitweiliges Bearbeitungszentrum ein. Die Behörden arbeiten dabei mit Herkunftsstaaten sowie internationalen und humanitären Organisationen zusammen. Die aktuelle AFP-Zahl verdeutlicht die Dimension der Abreisen, ersetzt aber keine einheitliche amtliche Gesamtstatistik zu Abschiebungen, freiwilliger Rückkehr und eigenständiger Ausreise.
Quellen
- AFP über Boursorama
- Südafrikanische Regierung
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).