Politik & Gesellschaft

Mehr als 400 französische Gymnasien wegen Blockaden geschlossen

Die Schülerproteste gegen Sparpläne und Studiengebühren haben zahlreiche Gymnasien erfasst. Das Bildungsministerium meldet mehr als 400 geschlossene Einrichtungen; eine geplante Gebühr zog die Regierung zurück.

Paris – 02.10.2026: Die Blockaden an französischen Gymnasien haben sich am Freitag landesweit fortgesetzt. Bildungsminister Édouard Geffray erklärte am Morgen, mehr als 400 Schulen seien geschlossen. Zur Mittagszeit meldete sein Ministerium 564 Bildungseinrichtungen, an denen es seit Tagesbeginn Aktionen oder Störungen gegeben habe. Frankreich zählt rund 3.700 Gymnasien.

Die Bewegung hatte am 21. September in der Bildungsregion Créteil östlich von Paris begonnen und sich danach auf weitere Städte und einzelne Hochschulen ausgeweitet. Schülerinnen und Schüler protestieren gegen die Sparpolitik der Regierung, die Lage im Bildungswesen und die steigenden Kosten eines Studiums. Forderungen aus dem Schulalltag verbinden sich dabei mit einer breiteren Kritik am Haushaltskurs der Regierung.

Am Donnerstag hatten Innen- und Bildungsministerium eine deutliche Verschärfung der Lage beschrieben. Nach Angaben des Innenressorts waren seit Beginn der Mobilisierung 1.027 Einrichtungen betroffen, darunter 222 tatsächliche Blockaden. Am Donnerstag wurden demnach 1.949 Menschen festgenommen. Als Gründe nannten die Behörden vor allem Gewalt gegen Amtsträger, weitere Gewaltdelikte und die Beteiligung an unerlaubten Menschenansammlungen.

Geffray bezifferte die Zahl der verletzten Beschäftigten im Bildungswesen auf 65, darunter 40 Schulleiterinnen und Schulleiter. Zudem seien insgesamt 170 Schülerinnen und Schüler verletzt worden. Die Angaben beziehen sich auf die bisherigen Ereignisse der Protestwoche und nicht allein auf den 2. Oktober. Unabhängig überprüfbare Informationen zu den Umständen der einzelnen Verletzungen lagen zunächst nicht vor.

Die Regierung reagierte zugleich mit einem ersten politischen Zugeständnis. Das Bildungsministerium zog den Plan zurück, von Studierenden ohne Stipendium Gebühren für die Einschreibung in Ausbildungsgänge zum Brevet de technicien supérieur sowie in Vorbereitungsklassen für die Grandes Écoles zu verlangen. Beide Wege schließen an das französische Abitur, das Baccalauréat, an. Sie führen entweder zu einem berufsqualifizierenden Abschluss oder bereiten auf die Aufnahmeprüfungen der französischen Elitehochschulen vor.

Geffray wollte am Freitag Vertreter von Schüler-, Studierenden- und Elternorganisationen empfangen. Die Gespräche stehen unter erheblichem Druck: Wichtige Schülervertretungen haben für Dienstag, den 6. Oktober 2026, zu weiteren Protesten aufgerufen. Das Innenministerium wertet einen Teil der Vorfälle als schwere Störung der öffentlichen Ordnung. Vertreter der Protestbewegung beklagen dagegen, ihre sozialen und bildungspolitischen Forderungen würden nicht ausreichend gehört.

Die Statistiken des Ministeriums unterscheiden zwischen vollständigen Schließungen, Blockaden und anderen Störungen. Aus den 564 betroffenen Einrichtungen lässt sich daher nicht ableiten, wie viele Schulen durchgehend blockiert waren. Gesichert ist, dass sich die zunächst örtlich begrenzten Aktionen binnen weniger Tage zu einer landesweiten Belastungsprobe für Schulen, Polizei und Regierung ausgeweitet haben.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • Reuters
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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