Paris – 03.10.2026: Bei Protesten und Blockaden an französischen Gymnasien hat die Polizei seit Montag mehr als 5000 Menschen festgenommen. Allein am Freitag, 2. Oktober, seien 1747 Personen festgenommen worden, erklärte Innenminister Laurent Nuñez. Die Auseinandersetzungen konzentrierten sich auf die Umgebung zahlreicher Schulen und markieren eine neue Eskalationsstufe der seit Wochenbeginn anhaltenden Schülerproteste.
Nach Angaben des Innenministers waren am Freitag 735 Einrichtungen von der Mobilisierung betroffen, rund 30 Prozent weniger als am Vortag. Trotz dieses Rückgangs blieb die Zahl der Polizeimaßnahmen hoch. Die Behörden begründen ihr Eingreifen mit Gewalttaten, Sachbeschädigungen, Angriffen auf Einsatzkräfte und Verstößen gegen das Versammlungsrecht. Aus mehreren Städten wurden brennende Mülltonnen, beschädigte Eingänge und direkte Konfrontationen zwischen Jugendlichen und Sicherheitskräften gemeldet.
Viele der Festgenommenen sind minderjährig. Das verschärft die Auseinandersetzung um die Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes und den Umgang der Justiz mit den Beschuldigten. Die Gewerkschaft Confédération générale du travail und die Ligue des droits de l'homme haben den französischen Rechteverteidiger eingeschaltet. Sie kritisieren die Behandlung der protestierenden Schüler und verlangen eine Prüfung, ob deren Grundrechte sowie die besonderen Schutzpflichten gegenüber Minderjährigen gewahrt wurden.
Der Rechteverteidiger ist eine unabhängige französische Verfassungsinstitution. Er untersucht unter anderem Beschwerden über das Handeln von Behörden und kann Empfehlungen aussprechen. Die Eingabe der beiden Organisationen bedeutet noch keine rechtliche Bewertung der Polizeieinsätze, verleiht der Kritik an ihnen aber institutionelles Gewicht.
Parallel dazu traf Bildungsminister Édouard Geffray am Freitag in Paris Vertreter von Schüler- und Studentenorganisationen. Nach deren Darstellung brachte das Gespräch keine konkreten Zusagen. Die Union syndicale lycéenne kündigte an, die Mobilisierung fortzusetzen. Die Confédération générale du travail und Solidaires wollen eine landesweite Aktion am Dienstag, 6. Oktober, unterstützen.
Die Regierung muss den Schulbetrieb und die Sicherheit an den Einrichtungen gewährleisten, zugleich jedoch zwischen politischem Protest und strafbaren Handlungen unterscheiden. Während die Sicherheitsbehörden die hohe Zahl der Festnahmen mit den Ausschreitungen begründen, verlangen Gewerkschaften und Bürgerrechtsorganisationen eine individuelle rechtliche Prüfung der Einsätze, insbesondere bei Minderjährigen.
Im Département Hauts-de-Seine wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Nanterre im Zusammenhang mit den Blockaden nahezu 200 Menschen in Polizeigewahrsam genommen. Staatsanwalt Yves Badorc forderte eine rasche und abschreckende, zugleich aber pädagogisch ausgerichtete Reaktion der Justiz. Damit verwies er ausdrücklich auf den besonderen Status der zahlreichen minderjährigen Beschuldigten.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- TF1 Info
- Confédération générale du travail
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).