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Menton – Wo Frankreich nach Italien schmeckt

Ein kleiner Ort mit großem Charme – Menton ist wie der stille Star an der Côte d’Azur. Fernab vom Trubel von Nizza oder Cannes, aber nur einen Steinwurf von der italienischen Grenze entfernt, verzaubert diese Stadt mit Farben, Sonne und einem Hauch „Dolce Vita“. Kein Wunder, dass gerade italienische Touristen hier ein zweites Zuhause gefunden…

Der romantische Ort Menton wird auch "Perle der Côte d'Azur" genannt.

Ein kleiner Ort mit großem Charme – Menton ist wie der stille Star an der Côte d’Azur. Fernab vom Trubel von Nizza oder Cannes, aber nur einen Steinwurf von der italienischen Grenze entfernt, verzaubert diese Stadt mit Farben, Sonne und einem Hauch „Dolce Vita“. Kein Wunder, dass gerade italienische Touristen hier ein zweites Zuhause gefunden haben.

Doch was macht Menton so unwiderstehlich für unsere Nachbarn aus dem Süden?

So nah – und doch so besonders

Der erste Pluspunkt: die Lage. Menton liegt direkt an der französisch-italienischen Grenze, keine zwanzig Minuten Fahrt von Vintimille entfernt. Das bedeutet: Tagesausflüge ohne Stress, kein stundenlanges Kofferpacken oder Hotelbuchen. Rüberfahren, Sonne tanken, ein Glacé schlecken – und am Abend wieder zurück. Klingt verlockend, oder?

Aber es geht nicht nur um Nähe – sondern auch um Gefühl.

Mediterraner Sonnenspeicher

Menton gehört zu den sonnenreichsten Städten Frankreichs. Mehr als 300 Sonnentage im Jahr – das muss man sich mal vorstellen! Und als ob das nicht schon Grund genug zum Hinfahren wäre, sorgt das Mikroklima der Region für angenehm milde Winter und warme, aber erträgliche Sommer.

Die Strände? Breiten sich wie gemalt entlang der Bucht aus. Besonders beliebt: Les Sablettes – sanft abfallend, feiner sandiger Kies, freier Zugang. Kein Gedränge, kein Ticketkauf, keine Liegenpflicht. Einfach Handtuch ausbreiten und durchatmen.

Wenn Frankreich Italien küsst

Wer durch die Altstadt von Menton schlendert, könnte glatt vergessen, dass er in Frankreich ist. Die Fassaden leuchten in Ocker, Rosa und Terrakotta – ein bisschen wie in Ligurien. Der Duft von frischer Focaccia mischt sich mit Lavendel, und auf dem Wochenmarkt hört man fast mehr Italienisch als Französisch.

Historisch gesehen gehörte Menton tatsächlich lange Zeit zu Italien – kein Wunder also, dass sich hier alles ein bisschen nach beidem anfühlt. Die Basilika Saint-Michel thront über der Stadt und erinnert mit ihrer barocken Pracht stark an Genueser Kirchen. Kleine verwinkelte Gassen führen bergauf – wer sich verlaufen will, ist hier goldrichtig.

Kultur, die Laune macht

Das Herzstück des Jahres ist ohne Zweifel die „Fête du Citron“. Ein Zitrusfestival? Klingt schräg, ist aber ein echtes Highlight. Riesige Skulpturen aus Zitronen und Orangen, Musik, Paraden, Konfetti – ein Spektakel für alle Sinne. Und wer während dieser Zeit durch die Straßen von menton zieht, merkt: Das ist keine touristische Show, das ist Lebensfreude pur.

Daneben gibt’s noch Klassikfestivals im Sommer, Open-Air-Konzerte im Jardin Biovès oder traditionelle Seefahrerfeste – mit Booten, Blumen und jeder Menge Pastis.

Auch der Magen reist mit

Was wäre ein Urlaub ohne gutes Essen? Menton enttäuscht da nicht. Im Gegenteil – hier wird aufgekocht, was das Mittelmeer hergibt. Frischer Fisch, traditionelle Socca (eine Art Kichererbsenfladen), Oliven, Zitrone in jeder denkbaren Form – von süß bis salzig. Die lokale Küche mischt französische Raffinesse mit italienischer Bodenständigkeit.

Besonders schön: Viele Restaurants sind klein, familiengeführt und legen Wert auf regionale Produkte. Das merkt man – und schmeckt es auch. Wer’s exklusiv mag, schaut im Sterne-Restaurant von Mauro Colagreco vorbei. Und wer einfach nur einen richtig guten Espresso will, wird sowieso an jeder Ecke fündig.

Menton ist anders – und genau das macht’s aus

In einer Region, die voll von glitzernden Städten und Schickeria-Orten ist, bleibt Menton herrlich entspannt. Kein Dresscode, kein Poser-Gehabe, kein Promi-Zirkus. Stattdessen: echte Menschen, echte Erlebnisse und das Gefühl, angekommen zu sein – ohne viel Tam-Tam.

Vielleicht ist es genau das, was die Italiener hier so mögen. Menton ist wie ein Stück Heimat, nur mit französischem Twist. Und dazu kommt: Im Vergleich zu vielen Badeorten in Ligurien oder der Toskana ist Menton oft günstiger – bei gleicher, wenn nicht besserer Qualität.

Unser Tipp zum Schluss

Wer Menton entdecken will, sollte sich Zeit lassen. Einen halben Tag durch die Altstadt treiben. Dann hoch zur Basilika, den Blick übers Meer schweifen lassen. Vielleicht ein Zitronensorbet probieren, im Garten Val Rahmeh ein paar Kolibris beobachten oder einfach im Hafen sitzen und das bunte Treiben genießen.

Und dann stellt sich ganz automatisch die Frage: Warum nicht gleich bleiben?

Ein Reisebericht von V.O.Yager