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Aktuell · 29.06.2026 05:48

Mindestens 50 Festnahmen bei Pride-Parade in Istanbul trotz Verbots

Trotz eines behördlichen Verbots versammelten sich zahlreiche Menschen zur Pride-Parade in Istanbul. Die Polizei nahm mindestens 50 Personen fest, darunter auch eine Journalistin mit Presseausweis.

Istanbul – 28.06.2026: In Istanbul fand am Sonntag eine Pride-Parade statt, obwohl die lokalen Behörden sie ausdrücklich verboten hatten. Die Polizei reagierte mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen rund um den Taksim-Platz, einem der zentralen Versammlungsorte der Stadt, und nahm mindestens 50 Personen fest, darunter eine Journalistin.

Die Einsatzkräfte errichteten Absperrungen aus Eisenzäunen und blockierten den Zugang zum Taksim-Platz sowie anderen wichtigen Orten, darunter der asiatische Stadtteil Kadıköy, wo ebenfalls Demonstrationen untersagt wurden. Diese Maßnahmen sollten verhindern, dass sich die LGBTQ+-Gemeinschaft und ihre Unterstützer ungehindert versammeln.

Unter den Festgenommenen befand sich Müberra Ünsal, eine Journalistin mit gültigem Presseausweis, die trotz mehrfacher Identifikation in Gewahrsam genommen wurde. Die türkische Journalistengewerkschaft kritisierte diese Maßnahme scharf und bezeichnete sie als unrechtmäßigen Eingriff in die Pressefreiheit. Auch weitere Festnahmen sorgten für internationale Kritik und riefen Menschenrechtsorganisationen auf den Plan.

Die Pride-Parade in Istanbul ist seit 2015 verboten, dennoch kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu kleineren Versammlungen und Protesten. Die wiederholten Verbote und Festnahmen werfen eine kritische Frage zu den Grundrechten in der Türkei auf, insbesondere zur Versammlungsfreiheit und zur Achtung der Rechte von LGBTQ+-Personen.

Trotz der Repressionen setzten die Aktivisten ihre Proteste in verschiedenen Stadtteilen fort und betonten ihre Entschlossenheit, für Gleichberechtigung und Anerkennung einzutreten. Die Demonstranten machten deutlich, dass sie sich von den Einschränkungen nicht einschüchtern lassen.

Die internationale Gemeinschaft verfolgt die Entwicklungen mit Sorge. Mehrere Staaten und Menschenrechtsorganisationen fordern die türkischen Behörden auf, die Rechte der LGBTQ+-Gemeinschaft sowie die Presse- und Versammlungsfreiheit zu achten und zu schützen. Die aktuellen Ereignisse spiegeln den größeren Widerstand wider, mit dem LGBTQ+-Personen in der Türkei konfrontiert sind.

Die Situation verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen zivilgesellschaftlichen Forderungen nach Sichtbarkeit und Akzeptanz und den restriktiven Maßnahmen staatlicher Stellen. Parallel zur innerstaatlichen Repression werden Forderungen nach einer internationalen Solidarität laut, die den Druck auf die türkische Regierung erhöhen sollen, Menschenrechte uneingeschränkt zu gewährleisten.

Diese Ereignisse werfen auch Fragen zur Rolle internationaler Organisationen und Regierungen auf, die den Schutz von Minderheitenrechten weltweit fördern. Wie weit der Einfluss auf die türkische Innenpolitik und das Verhalten der Behörden reicht, bleibt eine zentrale Herausforderung für die kommenden Monate.

Ungeachtet der Schwierigkeiten bleibt die LGBTQ+-Gemeinschaft in Istanbul entschlossen, ihre Sichtbarkeit zu stärken. Die wiederholten Verbote und Festnahmen haben ihre Kampfbereitschaft nicht gebrochen, sondern im Gegenteil gestärkt. Ihre Proteste sind ein bedeutendes Signal für die Anerkennung von Menschenrechten und Vielfalt in der Türkei.

Quellen

  • DIE ZEIT
  • n-tv.de

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