Wenn am 26. Juli 2025 die 20. Etappe der Tour de France durch das Juragebirge führt, werden Millionen von Zuschauern vor den Bildschirmen und an der Strecke die atemberaubende Landschaft entdecken. Doch warum nur zuschauen? Diese Region ist ein Paradies für alle, die das Radfahren lieben – egal ob gemütlicher Genussradler, ambitionierter Rennradfahrer oder abenteuerlustiger Mountainbiker.
Das Juragebirge bietet eine unvergleichliche Mischung aus unberührter Natur, kulinarischen Höhepunkten und spannenden Routen. Hier kann man sich sportlich austoben und dabei die Schönheit dieser außergewöhnlichen Landschaft genießen.
Die Strecke der Tour de France: Ein Blick auf die Etappe
Von Nantua nach Pontarlier schlängelt sich die Etappe über 185 Kilometer durch die hügelige, grüne Landschaft des Juras. Dabei geht es durch Orte, die zu den „Plus Beaux Détours de France“ gehören – kleine Städte, die einen Umweg wert sind. Saint-Claude ist so ein Juwel, berühmt für seine Pfeifenherstellung und seine atemberaubende Lage zwischen steilen Schluchten.
Die Strecke führt über anspruchsvolle Pässe, durch dichte Wälder und vorbei an tiefen Tälern. Wer diese Route selbst mit dem Fahrrad nachfahren möchte, braucht zwar etwas Kondition, wird aber mit spektakulären Ausblicken belohnt.
Rad & Kanu – Eine besondere Kombination
Doch das Juragebirge bietet weit mehr als nur Straßen für Rennradfahrer. Eine ganz besondere Möglichkeit, die Region aktiv zu erleben, bietet CanoVélo. In Montgesoye können Abenteuerlustige eine kombinierte Rad- und Kanutour unternehmen. Zuerst geht es auf zwei Rädern durch die Landschaft entlang der Loue, einem der schönsten Flüsse der Region. Anschließend steigt man in ein Kanu um und erlebt die Natur aus einer völlig neuen Perspektive.
Diese Kombination ermöglicht es, das Jura in seinem eigenen Rhythmus zu entdecken – ohne Auto, nur mit der Kraft der eigenen Muskeln. Ein Guide von Latitude Canoë begleitet die Tour und sorgt für unvergessliche Momente.
Genussvoll radeln – Auf den Spuren des Handwerks
Wer das Radfahren lieber mit kulinarischen oder kulturellen Entdeckungen verbinden möchte, wird im Jura ebenfalls fündig. Eine besonders schöne Tour führt zu einer lokalen Produzentin von Gewürz- und Heilpflanzen. Hier erfährt man mehr über traditionelle Anbaumethoden und kann die duftenden Pflanzen direkt vor Ort probieren.
Nach der Radtour wartet ein köstliches Mittagessen mit regionalen Spezialitäten – eine perfekte Mischung aus Bewegung und Genuss. Und wer sich für traditionelles Handwerk interessiert, kann unterwegs Werkstätten besuchen, in denen alte Techniken noch heute lebendig sind.
Mountainbike-Paradies Jura – Trails für jedes Niveau
Nicht nur Rennradfahrer, auch Mountainbiker kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Region bietet ein riesiges Netz an Strecken mit insgesamt über 1.500 Kilometern Trails.
Ein Highlight ist das Mountainbike-Gebiet La Forestière, das sich über Höhenlagen von 300 bis 1.500 Metern erstreckt. Hier gibt es familienfreundliche Touren, aber auch anspruchsvolle Enduro- und Downhill-Strecken für Profis.
In Les Fourgs erwartet Adrenalinjunkies ein moderner Pumptrack sowie speziell angelegte Singletracks. Die Strecken sind in verschiedene Schwierigkeitsstufen unterteilt – von grün (leicht) bis schwarz (extrem). Wer Lust auf mehr Action hat, kann sich auf dem Sprungparcours austoben.
Zwei ausgewiesene Bikeparks runden das Angebot ab. Hier können sich geübte Fahrer an Enduro-Pisten versuchen oder auf Abfahrtstrecken über Wurzeln und Felsen sausen.
Übernachten mitten in der Natur
Nach einem sportlichen Tag braucht es eine erholsame Nacht. Das Juragebirge bietet viele Möglichkeiten – von gemütlichen Gasthäusern bis hin zu umweltfreundlichen Unterkünften.
Ein besonderes Highlight für Radreisende ist der Campingplatz Besançon Chalezeule. Direkt an der EuroVelo6®-Route entlang des Doubs gelegen, verbindet er Komfort mit Nachhaltigkeit. Gäste übernachten in Tiny Houses oder Ponza-Zelten, umgeben von reiner Natur.
Wer sich lieber in Wassernähe entspannt, kann die Base de loisirs d’Osselle besuchen. Diese Freizeitanlage an einem malerischen See bietet Radfahrern eine perfekte Möglichkeit, sich nach einem anstrengenden Tag im Sattel zu erholen.
Das Juragebirge – Ein Naturparadies zu jeder Jahreszeit
Das Jura ist nicht nur ein Sommerziel. Im Winter verwandeln sich die sanften Hügel in eine weiße Winterlandschaft, die perfekt für Langlauf, Schneeschuhwanderungen und Skitouren ist. Auch im Herbst hat die Region ihren besonderen Reiz – wenn die Wälder in goldenen Farben leuchten und sich eine fast mystische Stille über die Landschaft legt.
Doch egal zu welcher Jahreszeit man kommt – eines ist sicher: Das Juragebirge ist ein Ort für Naturfreunde, Abenteurer und Genießer. Wer einmal hier war, wird sich der Faszination dieser einzigartigen Region kaum entziehen können.
Ein Reisebericht von V.O.Yager