Paris – 17.10.2026: Ein bislang kaum öffentlich gezeigtes Gemälde von Claude Monet kommt am 22. Oktober 2026 bei Sotheby's in Paris zur Versteigerung. Das großformatige Werk "Iris" aus den Jahren 1924 bis 1925 ist auf 22 bis 30 Millionen Euro geschätzt. Nach Angaben des Auktionshauses handelt es sich um die höchste Schätzung, die bislang für ein Gemälde bei einer Auktion in Frankreich angesetzt wurde.
Ein Rekord ist damit allerdings noch nicht erreicht: Maßgeblich ist erst der Zuschlag. Das Interesse dürfte dennoch beträchtlich sein. Monet gehört zu den international gefragtesten Künstlern des Impressionismus, doch "Iris" war jahrzehntelang nur einem kleinen Kreis zugänglich. Das Gemälde befand sich in der Pariser Sammlung der Familie Schlumberger und gelangte weder regelmäßig in Ausstellungen noch auf den Kunstmarkt.
Die Leinwand misst annähernd 1,60 mal 1,80 Meter und entstand in Monets Garten in Giverny. Die Irisblüten erscheinen darin weniger als botanisch genaues Motiv denn als dichte Farblandschaft. Violette und grüne Töne, helle Partien und ein zunehmend gelöster Pinselstrich prägen die Komposition. Das Bild gehört zu jener späten Schaffensphase, in der Monet die Grenzen zwischen Gegenstand, Licht und Farbe immer weiter auflöste.
Auch der Erhaltungszustand dürfte für potenzielle Käufer von Bedeutung sein. Sotheby's zufolge befindet sich das Werk noch auf seiner ursprünglichen Leinwand. Es sei weder mit Firnis überzogen noch restauriert worden. Dadurch bleibt die pastose Oberfläche sichtbar: Monet trug die Farbe stellenweise so kräftig auf, dass ihre körperliche Struktur selbst zum gestalterischen Mittel wird.
Die Herkunft des Bildes ist nach Angaben des Auktionshauses lückenlos dokumentiert. Aus dem Nachlass des Künstlers ging es an dessen Sohn Michel Monet. Später gelangte es über die Pariser Galeristin Katia Granoff in die Sammlung Schlumberger. Bei der Auktion werden insgesamt 28 Werke aus dieser Kollektion angeboten, darunter ein weiteres Gemälde Monets mit dem Titel "Saule pleureur ou L'Arbre de feu". Der Gesamtwert der Versteigerung wird auf mehr als 40 Millionen Euro geschätzt.
Der Verkauf fällt in Monets hundertstes Todesjahr. Der Maler starb am 5. Dezember 1926. Das Musée de l'Orangerie widmet ihm derzeit die Ausstellung "Monet, die Zeit malen", die seine Entwicklung von frühen Stadtszenen und Eisenbahnbildern bis zu den späten Gartenmotiven aus Giverny nachzeichnet. Mit "Iris" wird nun eines dieser späten Werke für kurze Zeit wieder öffentlich sichtbar, bevor am 22. Oktober der Hammer fällt.
Quellen
- Franceinfo
- Sotheby's
- Musée de l'Orangerie
- Euronews
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).