Paris – 23.10.2026: Die Ratingagentur Moody's will an diesem Freitag ihre Bonitätsbewertung für Frankreich aktualisieren. Der Staat wird derzeit mit Aa3 und negativem Ausblick eingestuft. Eine Herabstufung gilt daher als möglich, ist vor der Veröffentlichung aber keineswegs sicher. Die staatliche Schuldenagentur Agence France Trésor nennt den 23. Oktober als nächsten regulären Bewertungstermin von Moody's.
Die Note beschreibt, wie die Agentur die langfristige Fähigkeit Frankreichs einschätzt, seine Schulden zu bedienen. Aa3 liegt weiterhin im hochwertigen Anlagebereich. Der negative Ausblick signalisiert jedoch, dass Moody's eher mit einer Verschlechterung als mit einer Verbesserung rechnet. Fitch und Standard and Poor's bewerten Frankreich bereits mit A+, also eine Stufe unter der gegenwärtigen Moody's-Note.
Maßgeblich sind vor allem die öffentlichen Finanzen. Nach Prognosen, auf die sich von der Nachrichtenagentur AFP befragte Ökonomen beziehen, dürfte das staatliche Defizit 2026 bei 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Für 2027 werden etwa 5 Prozent erwartet. Frankreich bliebe damit deutlich über der europäischen Referenzmarke von 3 Prozent. Ein rascher Rückweg zu geordneten Staatsfinanzen ist derzeit nicht erkennbar.
Auch die Schuldenquote verschärft die Lage. Sie könnte 2027 auf 121,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Eine hohe Verschuldung bedeutet für ein großes Land mit breiter Steuerbasis nicht automatisch ein akutes Ausfallrisiko. Sie macht den Haushalt jedoch empfindlicher gegenüber steigenden Finanzierungskosten. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen erreichte in dieser Woche zeitweise 5 Prozent und damit den höchsten Stand seit 2002.
Zugleich ist der Abstand zu vergleichbaren deutschen Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit der europäischen Staatsschuldenkrise von 2011 gestiegen. Anleger verlangen somit eine höhere Risikoprämie für französische Schuldtitel. Eine Herabstufung durch Moody's würde Frankreichs Zugang zum Kapitalmarkt nicht unmittelbar versperren. Sie könnte aber den finanziellen Druck erhöhen und das politische Ringen um Einsparungen weiter verschärfen.
Besondere Bedeutung hat der Haushalt für 2027, über den das Parlament noch berät. Moody's hatte Anfang Oktober erklärt, ein Kompromiss sei angesichts der politischen Zersplitterung und der bevorstehenden Wahlen höchst unsicher. Für die Bewertung zählt daher weniger eine einzelne Sparmaßnahme als die Fähigkeit von Regierung und Parlament, einen glaubwürdigen und dauerhaften Kurs zur Verringerung des Defizits zu vereinbaren.
Frankreich verfügt weiterhin über eine große, breit aufgestellte Volkswirtschaft und einen tiefen Markt für Staatsanleihen. Schwaches Wachstum, anhaltend hohe Defizite und politische Blockaden haben das Kreditprofil jedoch belastet. Moody's beurteilt nun, ob der angekündigte Konsolidierungspfad unter diesen Bedingungen tragfähig erscheint.
Quellen
- Franceinfo
- Agence France Trésor
- Moody's Ratings über Reuters bei Euronext
- AFP über Zonebourse
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).