Wirtschaft

Mousquetaires-Chef fordert breitere Hilfen wegen hoher Kraftstoffpreise

Thierry Cotillard warnt vor einer neuen Inflationswelle infolge der Energiekrise. Die französische Regierung will an diesem Dienstag weitere Hilfen für besonders belastete Haushalte und Unternehmen vorstellen.

Paris – 22.09.2026: Angesichts der stark gestiegenen Kraftstoffpreise fordert Thierry Cotillard, Präsident des Handelsverbunds Les Mousquetaires, umfassendere staatliche Hilfen. Sollte sich die Lage im Nahen Osten nicht entspannen, drohe Frankreich eine neue Inflationswelle, sagte der Chef des Verbunds, zu dem die Supermarktkette Intermarché gehört, am Dienstag im Radiosender France Inter. Die Regierung müsse sich darauf vorbereiten, die bisherige Unterstützung auszuweiten.

Die Forderung fällt auf den Tag, an dem mehrere Minister um 17 Uhr im Finanzministerium in Bercy zusätzliche Maßnahmen vorstellen wollen. Geplant sind Hilfen für Haushalte, Unternehmen und besonders belastete Branchen. An der Pressekonferenz sollen Wirtschaftsminister Roland Lescure, Energieministerin und Regierungssprecherin Maud Bregeon, Haushaltsminister David Amiel sowie Handelsminister Serge Papin teilnehmen.

Die Preise an den Zapfsäulen haben inzwischen ein Niveau erreicht, das weit über die individuellen Mobilitätskosten hinauswirkt. Nach einer Auswertung öffentlicher Daten durch die Nachrichtenagentur AFP kostete Diesel am Montag im landesweiten Durchschnitt rund 2,41 Euro je Liter. Für Superbenzin SP95 wurden 2,22 Euro, für SP98 2,28 Euro je Liter verlangt. Hohe Kraftstoffpreise verteuern Transporte, Lieferketten und zahlreiche Dienstleistungen.

Die Regierung setzt bislang auf gezielte Entlastungen statt auf eine allgemeine Senkung der Kraftstoffsteuern. Landwirte erhalten im September und Oktober weiterhin einen Zuschuss von 15 Cent je Liter, Fischer 25 Cent und Unternehmen des Baugewerbes 20 Cent. Nach Regierungsangaben kosten diese drei Programme zusammen rund 69 Millionen Euro im Monat. Eine Unterstützung von insgesamt 100 Euro für Erwerbstätige mit langen Arbeitswegen kann noch bis zum 30. September beantragt werden.

Anspruch darauf haben einkommensschwächere Berufstätige, die täglich mindestens 30 Kilometer zur Arbeit fahren oder beruflich mehr als 8000 Kilometer im Jahr zurücklegen. Nach Angaben der Regierung beantragten bislang 1,4 Millionen Menschen die Leistung. AFP zufolge ist das nur etwa die Hälfte der rund drei Millionen potenziell Berechtigten. Lescure hatte deshalb bereits eine automatische zusätzliche Zahlung an bisherige Empfänger ins Gespräch gebracht.

Cotillards Warnung richtet sich vor allem auf die Weitergabe höherer Energie- und Transportkosten. Sie belasten zunächst Handel, Landwirtschaft, Handwerk und Logistik und können anschließend die Verbraucherpreise erhöhen. Für den Lebensmitteleinzelhandel verteuern Kraftstoffe sowohl die Warenanlieferung als auch die Wege der Kundschaft.

Der finanzpolitische Spielraum bleibt wegen der angespannten Haushaltslage begrenzt. Parallel bemüht sich Paris auf europäischer Ebene um zusätzliche Liefermöglichkeiten und vorübergehend angepasste technische Kraftstoffregeln. Die für Dienstag angekündigten Maßnahmen sollen ab dem 1. Oktober an die auslaufende Unterstützung für Vielfahrer anschließen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
  • Regierungsinformation Frankreich
  • Agence France-Presse

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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