Politik & Gesellschaft

Mutmaßlicher DZ-Mafia-Anführer Mehdi Laribi in Algerien festgenommen

Mehdi Laribi, den französische Ermittler zu den führenden Köpfen der DZ Mafia zählen, wurde in Algerien aufgrund eines französischen Haftbefehls festgenommen. Der französisch-algerische Staatsbürger steht dort inzwischen unter gerichtlicher Aufsicht.

Algier – 05.08.2026: Mehdi Laribi, von französischen Ermittlern als mutmaßliche Führungsfigur der kriminellen Gruppe DZ Mafia eingestuft, ist in Algerien festgenommen worden. Grundlage der Festnahme am 20. Juli war ein Haftbefehl französischer Untersuchungsrichter. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Marseille wurde Laribi am folgenden Tag unter gerichtliche Aufsicht gestellt und befindet sich seither auf freiem Fuß.

Der französisch-algerische Staatsbürger aus Marseille ist auch unter dem Beinamen "Tic" bekannt. Die französische Justiz wirft ihm vor, eine Vereinigung zum Zweck des Drogenhandels angeführt zu haben. Zudem wird wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Betäubungsmittelrecht, krimineller Vereinigung und Geldwäsche ermittelt. Eine Verurteilung in diesem Verfahren liegt nicht vor.

Der Haftbefehl steht im Zusammenhang mit der groß angelegten Untersuchung "Octopus" gegen die DZ Mafia. Sie richtet sich gegen ein in Marseille entstandenes kriminelles Netzwerk, dem organisierter Drogenhandel, schwere Gewalttaten und die Kontrolle lukrativer Verkaufsplätze zugerechnet werden. Laribi hatte sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit mehreren Jahren dem Zugriff der französischen Justiz entzogen.

Im März 2026 waren französische Sicherheitskräfte im Rahmen der Operation Octopus mit zahlreichen Durchsuchungen und Festnahmen im Süden des Landes gegen mutmaßliche Mitglieder des Netzwerks vorgegangen. Nach Angaben der nationalen Gendarmerie waren dabei mehr als 1.000 Einsatzkräfte beteiligt; 43 Verdächtige wurden festgenommen. Die Ermittlungen sollten insbesondere Verantwortlichkeiten innerhalb der Organisation sowie deren wirtschaftliche Strukturen offenlegen.

Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin wertete Laribis Festnahme als wichtigen Fortschritt im Kampf gegen Drogenhandel und organisierte Kriminalität. Zugleich dankte er den algerischen Behörden für ihre Zusammenarbeit. Die Kooperation besitzt besondere politische Bedeutung, da die Beziehungen zwischen Paris und Algier in den vergangenen Jahren wiederholt von diplomatischen Spannungen geprägt waren.

Ob Laribi nach Frankreich überstellt werden kann, ist offen. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Marseille liefert Algerien eigene Staatsbürger nicht aus. Denkbar wäre stattdessen ein Verfahren vor einem algerischen Gericht. Frankreich hat demnach mehrere Rechtshilfeersuchen zu mutmaßlichen Führungspersonen der DZ Mafia gestellt, die sich in Algerien aufhalten sollen. Solche Ersuchen können etwa der Übermittlung von Beweismitteln, Vernehmungen oder weiteren Ermittlungsmaßnahmen dienen.

Die Festnahme ändert zunächst nichts an Laribis rechtlichem Status in Frankreich: Sämtliche Vorwürfe müssen gerichtlich geprüft werden. Für die Ermittler in Marseille eröffnet der Zugriff dennoch einen weiteren Weg, um die Strukturen, Geldflüsse und mutmaßlichen Auftraggeber des Netzwerks aufzuklären. Laribi bleibt in Algerien unter gerichtlicher Aufsicht.

Quellen

  • Le Monde
  • Nationale Gendarmerie Frankreichs

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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