Politik & Gesellschaft

Mutmaßlicher Fluchtplan: Häftling nach Meaux verlegt

Ilyas Kherbouch, bekannt als "Ganito", wurde nach Medienberichten Anfang August von Fresnes nach Meaux verlegt. Die Gefängnisverwaltung soll damit auf Hinweise auf einen neuen Fluchtplan reagiert haben.

Meaux – 09.09.2026: Ilyas Kherbouch, bekannt unter dem Namen "Ganito", ist nach übereinstimmenden französischen Medienberichten aus dem Gefängnis Fresnes in die Haftanstalt Meaux verlegt worden. Die Gefängnisverwaltung soll den Transfer am 7. August kurzfristig angeordnet haben. Anlass war demnach der Verdacht, dass ein weiterer Ausbruch vorbereitet worden sei. Hinweise darauf soll der Nachrichtendienst des französischen Justizministeriums entdeckt haben.

Der 21-Jährige war bereits im März aus der Justizvollzugsanstalt Villepinte im Département Seine-Saint-Denis entkommen. Nach den bisherigen Ermittlungsangaben gaben sich Komplizen als Polizisten aus und legten gefälschte Unterlagen für eine angebliche Vorführung vor. Auf diese Weise verließ Kherbouch am 7. März das Gefängnis. Nach 13 Tagen auf der Flucht wurde er in Canet-en-Roussillon im Süden Frankreichs festgenommen.

Der jetzt bekannt gewordene Vorgang ist rechtlich von dieser Flucht zu trennen. Einen weiteren Ausbruchsversuch hat die Staatsanwaltschaft bislang nicht öffentlich bestätigt. Die Staatsanwaltschaft Créteil beantwortete Medienanfragen zunächst nicht; auch Kherbouchs Verteidigung äußerte sich demnach nicht. Nach dem derzeit bekannten Stand handelt es sich somit um einen Verdacht, auf den die Gefängnisverwaltung mit einer vorbeugenden Verlegung reagierte, nicht um einen gerichtlich festgestellten Sachverhalt.

Fresnes südlich von Paris gehört zu den größten Gefängnissen Frankreichs. Meaux liegt im Département Seine-et-Marne östlich der Hauptstadt. Zu den konkreten Sicherheitsmaßnahmen, zum Haftbereich oder zu möglichen weiteren Beteiligten machten die Behörden keine Angaben. Informationen dieser Art werden bei laufenden Ermittlungen üblicherweise zurückgehalten, um die Arbeit der Justiz und die Sicherheit innerhalb der Anstalten nicht zu gefährden.

Kherbouch steht in mehreren Verfahren im Blick der Justiz. Am 10. und 11. September soll vor einem Pariser Gericht ein Verfahren im Zusammenhang mit dem Einbruch in das Wohnhaus des früheren Torhüters von Paris Saint-Germain, Gianluigi Donnarumma, im Juli 2023 verhandelt werden. Kherbouch ist in diesem Verfahren angeklagt; bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Nach seiner Festnahme im März wurde gegen ihn unter anderem wegen des Verdachts der organisierten Flucht ermittelt und Untersuchungshaft angeordnet. Mit dem Ausbruch aus Villepinte befassen sich spezialisierte Justizbehörden in Paris. Im Mai nahmen Ermittler im Umfeld der Flucht weitere Personen vorläufig fest, darunter einen Bediensteten der Haftanstalt Villepinte.

Ob wegen des mutmaßlichen neuen Fluchtplans ein gesondertes Strafverfahren eingeleitet wurde, ist bislang nicht bekannt. Eine öffentliche Stellungnahme der zuständigen Staatsanwaltschaft lag am Mittwochabend nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • TF1 Info
  • Le Monde
  • Le Journal du Dimanche

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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