Politik & Gesellschaft

Mutmaßlicher Mitgründer der DZ Mafia in Algerien festgenommen

Mehdi Laribi gilt französischen Ermittlern als Schlüsselfigur der DZ Mafia. Der 36-Jährige wurde in Algerien auf Grundlage eines französischen Haftbefehls festgenommen und steht dort unter richterlicher Aufsicht.

Marseille – 05.08.2026: Die Festnahme von Mehdi Laribi in Algerien ist für die Staatsanwaltschaft Marseille ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den organisierten Drogenhandel. Staatsanwalt Nicolas Bessone äußerte sich am Mittwoch zufrieden über den Zugriff. Französische Ermittler betrachten Laribi als eine Schlüsselfigur und einen mutmaßlichen Mitgründer der DZ Mafia. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für ihn die Unschuldsvermutung.

Der 36-Jährige, der auch unter dem Spitznamen Tic bekannt ist, wurde nach Angaben Bessones am 20. Juli in Algerien auf Grundlage eines französischen Haftbefehls festgenommen. Einen Tag später stellten ihn die dortigen Behörden unter richterliche Aufsicht. Laribi befindet sich somit nicht in französischem Gewahrsam. Wie das weitere Verfahren zwischen Frankreich und Algerien ablaufen soll, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Der Haftbefehl geht auf Ermittlungen unter dem Namen Operation Octopus zurück. Untersuchungsrichter in Marseille führen darin ein umfangreiches Verfahren gegen mutmaßliche Strukturen der DZ Mafia. Laribi werden unter anderem die Führung einer kriminellen Vereinigung zum Zweck des Drogenhandels, Verstöße gegen das Betäubungsmittelrecht, kriminelle Verabredung und Geldwäsche vorgeworfen. Über die Anschuldigungen hat bislang kein Gericht entschieden.

Nach Erkenntnissen der französischen Ermittler soll sich Laribi seit Jahren im Ausland aufgehalten haben. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge besitzt er die französische und die algerische Staatsangehörigkeit. Seine Festsetzung gilt den Behörden daher vor allem als Ergebnis grenzüberschreitender Rechtshilfe. Frankreich hatte im Zusammenhang mit mutmaßlichen Verantwortlichen der Gruppierung mehrere Kooperationsersuchen an nordafrikanische Staaten gerichtet.

Im Rahmen der Operation Octopus waren bereits im März 2026 bei einem groß angelegten Zugriff im Süden Frankreichs rund 40 Menschen festgenommen worden. Darunter befanden sich mehrere Personen, welche die Behörden der Führungsebene der DZ Mafia zurechnen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden in diesem Komplex 26 Beschuldigte angeklagt oder unter gerichtliche Kontrolle gestellt; 15 von ihnen kamen in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen betreffen mutmaßliche Drogenlieferungen, Geldströme und Kommunikationswege eines Netzwerks, dessen Ursprung in Marseille vermutet wird. Nach Angaben der Gendarmerie baut die Untersuchung auf Erkenntnissen vom Februar 2024 auf. Damals gingen Ermittler Hinweisen nach, wonach Betreiber von Drogenverkaufsstellen regelmäßig einer inhaftierten Person aus dem Umfeld der Gruppierung Bericht erstattet haben könnten.

Der französische Justizminister Gérald Darmanin dankte den algerischen Behörden öffentlich für die Festnahme und ihre Zusammenarbeit. In Marseille, wo gewaltsame Auseinandersetzungen um Drogenmärkte seit Jahren Wohnviertel belasten, ist der Zugriff zunächst ein Ermittlungserfolg. Laribis weiterer juristischer Status in Algerien ist bislang nicht bekannt.

Quellen

  • Le Monde
  • Franceinfo
  • Gendarmerie nationale

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels