Istres – 23.10.2026: Drei Tage nach den schweren Überschwemmungen in den Bouches-du-Rhône erfassen die betroffenen Gemeinden das Ausmaß der Schäden. Besonders Lançon-Provence und Istres am Étang de Berre trafen die Regenfälle in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober. Das Wasser ist inzwischen weitgehend zurückgegangen. Zurück bleiben beschädigte Häuser, verschlammte Straßen und Zufahrten, die weiterhin als gefährlich gelten.
In Lançon-Provence wurden zwei Frauen im Alter von 26 und 86 Jahren tot in einem überfluteten Keller gefunden. Die genauen Umstände ihres Todes werden noch untersucht. Ihr Fund verschärfte die Bilanz des Unwetters, das bereits am 20. Oktober in der Umgebung des Étang de Berre ein Todesopfer gefordert hatte.
Für zahlreiche Anwohner ist die Lage weiterhin ungeklärt. Instabile Hänge, mögliche Erdrutsche und umsturzgefährdete Bäume verhindern in einzelnen Wohngebieten den Zugang zu Gebäuden. In Istres waren nach Angaben der Stadt rund 200 Häuser von Bodenbewegungen betroffen. Fachleute müssen nun klären, welche Grundstücke und Gebäude ohne Gefahr betreten werden können. Bis zur Freigabe sollen Bewohner gesperrte Bereiche meiden.
Die Stadt Istres aktivierte am 20. Oktober ihren kommunalen Krisenplan. Der Präfekt der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, Jacques Witkowski, besuchte die Einsatzzentrale im Rathaus und stellte zusätzliche staatliche Unterstützung in Aussicht. Während des Unwetters waren mehrere Tausend Menschen durch steigendes Wasser eingeschlossen oder konnten sich nur eingeschränkt bewegen. Rettungskräfte kümmerten sich um Evakuierungen, Notunterkünfte und die Absicherung gefährdeter Straßen und Grundstücke.
Auch Verkehrs- und Versorgungswege wurden erheblich beeinträchtigt. Weil die Böden nach den Niederschlägen wassergesättigt blieben, waren örtliche Abflüsse und weitere Rutschungen zunächst nicht ausgeschlossen. Neben Wohnhäusern müssen deshalb Zufahrten, Böschungen und beschädigte Bäume begutachtet werden. Die Sicherheitsprüfungen bestimmen, wann die gesperrten Viertel schrittweise wieder zugänglich werden.
Lançon-Provence hat bei den staatlichen Stellen die Anerkennung als Naturkatastrophengebiet beantragt. Ein entsprechender Beschluss kann für die Regulierung versicherter Schäden wichtig sein, ersetzt jedoch nicht die individuelle Schadenmeldung. Die Gemeinde fordert Betroffene auf, Zerstörungen mit Fotos und Unterlagen zu dokumentieren und ihre Versicherer rasch zu informieren.
In beiden Orten dauern die Aufräumarbeiten an. Schlamm und zerstörter Hausrat werden beseitigt, während die Gemeinden Unterkünfte und weitere Hilfen organisieren. Wann alle Bewohner zurückkehren können, hängt von den noch ausstehenden Prüfungen der Bodenstabilität, der Gebäude und des beschädigten Baumbestands ab.
Quellen
- Franceinfo
- Stadt Istres
- Gemeinde Lançon-Provence
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).