Bordeaux – 28.07.2026: Nach den schweren Waldbränden in der Gironde richtet sich die Hilfe zunehmend auf die psychischen Folgen der Evakuierungen. Menschen, die Wohnungen, Ferienunterkünfte oder Angehörige überstürzt verlassen mussten, berichten von Orientierungslosigkeit, Angst und Erinnerungen an bedrohliche Szenen. In den Aufnahmezentren stehen ihnen psychologische Fachkräfte und medizinische Hilfsdienste zur Seite.
Die regionale Gesundheitsbehörde ARS Nouvelle-Aquitaine hat angesichts der Brände eine Krisenstruktur aktiviert. Das Gesundheitsnetz CPTS Haute Gironde rief medizinisches und psychosoziales Personal dazu auf, sich für Einsätze bei den Evakuierten zu melden. Gesucht werden Psychologinnen und Psychologen, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie weitere Fachkräfte, die Menschen in den Unterkünften betreuen können.
Der Bedarf hängt mit dem Umfang und der Dynamik der Räumungen zusammen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Präfektur mussten in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli weitere gefährdete Gebiete evakuiert werden. Betroffen waren mehrere Gemeinden im Département Gironde. Viele Einwohner und Urlauber kamen zunächst in Sammelunterkünften unter, während die Einsatzkräfte die Ausbreitung des Feuers beobachteten und prüften, wann eine Rückkehr möglich sein würde.
Die seelischen Reaktionen auf eine plötzliche Flucht fallen unterschiedlich aus. Die Fachkräfte behandeln akute Beschwerden wie Schlaflosigkeit, starke Unruhe und Angstzustände. Hinzu kommen Sorgen um zurückgelassene Tiere, Häuser und persönliche Gegenstände. Besondere Aufmerksamkeit gilt Familien mit Kindern, älteren Menschen und chronisch Kranken, deren gewohnte Versorgung durch die Evakuierung unterbrochen wurde. Auch Unsicherheit darüber, ob Wohnungen oder Eigentum beschädigt sind, kann die Belastung verschärfen.
Die Unterstützung soll daher über erste Gespräche in den Aufnahmezentren hinausreichen. Das Gesundheitsnetz in der Haute Gironde setzt auf eine Abstimmung zwischen Notunterkünften, niedergelassenen Praxen und kommunalen Einrichtungen. So sollen Betroffene weiterhin medizinische oder psychologische Hilfe erhalten, wenn Beschwerden anhalten oder erst nach der Rückkehr auftreten. Eine solche Nachsorge ist besonders wichtig, wenn Familien länger von ihrem Wohnort fernbleiben oder erneut mit einer Räumung rechnen müssen.
Parallel hielten die Behörden die Schutzvorkehrungen wegen der angespannten Lage aufrecht. Für den 27. Juli untersagte die Präfektur in betroffenen Gebieten Ferienaufenthalte für Menschen mit Behinderung sowie Übernachtungen von Kinder- und Jugendgruppen. Damit sollten besonders schutzbedürftige Personen davor bewahrt werden, in eine weitere Evakuierung zu geraten.
Die psychologische Betreuung ist damit ein fester Bestandteil des Kriseneinsatzes. Neben Unterbringung und medizinischer Versorgung geht es darum, Evakuierte nach der abrupten Flucht zu stabilisieren und bei Bedarf längerfristig zu begleiten. Dafür sucht das Gesundheitsnetz der Haute Gironde weiterhin zusätzliches Fachpersonal.
Quellen
- Franceinfo
- Info Feux Gironde mit Angaben der Präfektur Gironde
- CPTS Haute Gironde
- Gendarmerie nationale
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).