Straßburg – 17.08.2026: Maria Moskaliowa war zwölf Jahre alt, als sie in ihrer Schule im russischen Jefremow ein Bild gegen den Angriffskrieg in der Ukraine malte. Heute lebt die Jugendliche mit ihrem Vater Alexej Moskaliow in Frankreich. Ein am Montag veröffentlichter Bericht von Franceinfo schildert ihren Weg aus einer russischen Kleinstadt über Haft, Trennung und Armenien bis ins Elsass.
Das Bild entstand im April 2022 im Kunstunterricht. Während andere Kinder russische Panzer zeichneten, malte Maria Raketen über einer weinenden Frau und einem Kind neben einer ukrainischen Flagge. Auf dem Blatt standen Botschaften gegen Präsident Wladimir Putin und den Krieg. Die Schulleitung informierte die Behörden; Maria und ihr alleinerziehender Vater gerieten daraufhin ins Visier der Polizei und des Inlandsgeheimdienstes FSB.
Gegen Alexej Moskaliow wurde wegen kriegskritischer Beiträge in sozialen Netzwerken ermittelt. Ein Gericht in der Region Tula verurteilte ihn am 28. März 2023 wegen wiederholter Diskreditierung der russischen Streitkräfte zu zwei Jahren Haft. Die Zeichnung seiner Tochter war nicht Gegenstand der Anklage, hatte aber die Ermittlungen ausgelöst. Maria wurde zeitweise in einer staatlichen Einrichtung untergebracht und von ihrem Vater getrennt.
Moskaliow entzog sich zunächst dem Strafantritt, wurde jedoch in Belarus festgenommen und an Russland überstellt. Nach rund 22 Monaten Haft kam er im Oktober 2024 frei. Menschenrechtsorganisationen und Medien berichteten anschließend von weiteren Befragungen und neuem Druck auf die Familie. Vater und Tochter verließen Russland und hielten sich zunächst in Armenien auf. Einzelheiten ihrer Flucht stützen sich auf eigene Schilderungen und Angaben unterstützender Organisationen.
Frankreich stellte ihnen im März 2026 humanitäre Visa aus. Maria und Alexej Moskaliow reisten daraufhin nach Frankreich; nach Berichten französischer Medien leben sie im Raum Straßburg. Dort kann Maria wieder eine Schule besuchen. Der Aufenthalt gibt beiden einen rechtlichen Schutz, den sie nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre in Russland nicht mehr als gesichert ansahen.
Seit dem Beginn der großangelegten Invasion der Ukraine im Februar 2022 verfolgen russische Behörden öffentliche Kritik am Krieg mit Straf- und Verwaltungsverfahren. Menschenrechtsorganisationen haben auch Fälle dokumentiert, in denen Kinder wegen Äußerungen oder Zeichnungen unter Druck gerieten und ihre Angehörigen belangt wurden. Die russische Führung weist den Vorwurf politischer Verfolgung zurück und beruft sich auf Gesetze zum Schutz der Streitkräfte.
Maria und ihr Vater haben das Bild, mit dem die Verfolgung begann, nach Angaben französischer Medien auf ihrer Flucht mitgenommen.
Quellen
- Franceinfo
- Agence France-Presse
- Associated Press
- Amnesty International
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).