Politik & Gesellschaft

Nach Gewalt bei Schülerprotesten in Belfort laufen zwei Verfahren

Nach einem Angriff auf einen Polizisten in Belfort ermittelt die Justiz gegen einen 17-Jährigen. Dessen Anwalt erhebt zugleich schwere Vorwürfe gegen den Beamten und kündigt eine Anzeige an.

Belfort – 04.10.2026: Nach gewaltsamen Zusammenstößen am Rande von Schülerprotesten in Belfort beschäftigen zwei gegensätzliche Vorwürfe die Justiz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Angriffs auf einen Polizeikommandanten. Zugleich kündigte der Anwalt eines festgenommenen 17-Jährigen eine Anzeige gegen den Beamten an. Mindestens drei Minderjährige wurden nach Angaben von Staatsanwalt Paul-Édouard Lallois im Zusammenhang mit den Vorfällen festgenommen.

Ausgangspunkt war die Festnahme des 17-Jährigen unweit des Lycée Courbet. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft brachten Einsatzkräfte ihn mit früheren Sachbeschädigungen in Verbindung. Zuvor sollen aus einer Gruppe von rund 200 jungen Menschen Feuerwerkskörper in Richtung der Polizei geschossen worden sein. Der Jugendliche entfernte sich demnach in Richtung eines Flusses.

Der Kommandant folgte ihm bis ans Wasser und brachte ihn nach eigener Schilderung zu Boden. Dabei gelang es ihm zunächst nur, eines der Handgelenke zu fesseln. Kurz darauf griffen mehrere Personen den Polizisten an. Nach Angaben des Staatsanwalts wurde der Beamte zu Boden geschlagen und mehrfach getroffen, darunter mit zwei heftigen Tritten gegen den Kopf. Er verlor demnach kurzzeitig das Bewusstsein.

In seiner Vernehmung räumte der Jugendliche laut Staatsanwaltschaft ein, Steine in Richtung der Polizei geworfen zu haben. Er bestritt jedoch, sich gezielt mit Wurfgeschossen versorgt zu haben; am Fluss habe er sich die Hände waschen wollen. Auch die beiden Tritte gegen den Kopf des Beamten soll er eingeräumt haben. Gegen den 17-Jährigen wurde ein gerichtliches Ermittlungsverfahren wegen schwerer Gewalt gegen einen Polizeibeamten während einer Demonstration eröffnet. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft.

Der Anwalt des Jugendlichen, Arié Alimi, erhob seinerseits schwere Vorwürfe. Er kündigte eine Anzeige wegen versuchten Mordes gegen den Polizisten an; auch Innenminister Laurent Nuñez solle darin genannt werden. Nach Darstellung des Verteidigers wurde der Kopf des Jugendlichen bei der Festnahme unter Wasser gedrückt. Eine Anzeige ist zunächst eine Anschuldigung und kein Nachweis strafrechtlicher Verantwortung.

Der Staatsanwalt erklärte am Sonntag, zu den Umständen der Festnahme sei zunächst kein gesondertes Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Der Jugendliche habe bei seiner Vernehmung gesagt, er glaube nicht, dass der Beamte ihn habe ertränken wollen; die Situation habe ihm jedoch Angst gemacht.

Die Protestwoche war in Belfort von zahlreichen Polizeieinsätzen begleitet. Präfektur und Staatsanwaltschaft meldeten mehr als 40 Menschen in Polizeigewahrsam. Neun Einsatzkräfte seien im Verlauf der Woche leicht verletzt worden. Nun müssen Aussagen, Videoaufnahmen und weitere Spuren klären, wer für die einzelnen Gewalttaten verantwortlich ist.

Quellen

  • Franceinfo
  • RTL
  • Le Trois
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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