Athen – 07.08.2026: Eine Woche nach dem verheerenden Waldbrand westlich von Athen hat die griechische Justiz drei Verdächtige in Untersuchungshaft genommen. Unter ihnen befindet sich nach übereinstimmenden Medienberichten ein Bürgermeister. Die richterliche Entscheidung ist keine Vorverurteilung: Die Ermittlungen zur Brandursache und zur möglichen Verantwortung der Betroffenen dauern an.
Das Feuer war am Freitag, dem 31. Juli, in der bergigen Küstenregion westlich der griechischen Hauptstadt ausgebrochen. Starke Winde trieben die Flammen durch die ausgetrocknete Vegetation und erschwerten die Löscharbeiten. Mehr als 1.000 Menschen mussten nach Angaben von Nachrichtenagenturen ihre Häuser oder Ferienunterkünfte verlassen; einige Bewohner wurden über das Meer in Sicherheit gebracht.
Nach ersten Erkenntnissen der Brandermittler könnte ein Funke an Stromkabeln eines großen Windparks das Feuer ausgelöst haben. Diese vorläufige Annahme ist für das strafrechtliche Verfahren von zentraler Bedeutung. Geprüft wird, ob technische Mängel, unterlassene Sicherungsmaßnahmen oder Verstöße gegen Schutzpflichten eine Rolle spielten. Welche konkreten Vorwürfe gegen die drei Inhaftierten erhoben werden und in welchem Verhältnis sie zu der Anlage stehen, war zunächst nicht vollständig öffentlich bekannt.
Die Feuerwehr brachte mehrere Brandherde in der Region Anfang der Woche unter Kontrolle. In dem weitläufigen und schwer zugänglichen Gelände blieben Glutnester jedoch ein Risiko, zumal wieder höhere Temperaturen und auffrischender Wind erwartet wurden. Hunderte Einsatzkräfte sowie Löschflugzeuge und Hubschrauber waren in den Tagen nach dem Ausbruch im Einsatz. Einheitliche amtliche Angaben zum Ausmaß der zerstörten Fläche lagen zunächst nicht vor.
Der Brand traf den Westen Attikas während einer ohnehin angespannten Einsatzlage. Am Sonntag, dem 2. August, kollidierten bei einem Löscheinsatz nahe Athen zwei Hubschrauber; zwei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Der Absturz wird getrennt untersucht, macht jedoch deutlich, welchen Gefahren die Einsatzkräfte während der schweren Waldbrandtage ausgesetzt waren.
Für die drei Inhaftierten gilt die Unschuldsvermutung. Ob Anklage erhoben wird, hängt von technischen Gutachten, Zeugenaussagen und den weiteren Untersuchungen der Brandermittler ab. Zu klären ist insbesondere, ob der mutmaßliche Funkenflug vorhersehbar und durch angemessene Wartungs- oder Schutzmaßnahmen vermeidbar gewesen wäre.
Die Ermittlungen betreffen damit auch die Sicherung von Energieanlagen in waldreichen Gebieten. Das griechische Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz hatte bereits im Juli mit dem Stromnetzbetreiber ADMIE eine engere Zusammenarbeit zur Brandvorsorge an Stromtrassen vereinbart. Dazu gehören Schutzstreifen entlang von Leitungen, die durch Wald- und Buschland führen.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Griechisches Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).