Politik & Gesellschaft

Nach Waldbränden bei Fontainebleau fordert Verein Pause für die Jagd

Nach den schweren Waldbränden im Massiv von Fontainebleau verlangt der Verein Pour une forêt vivante eine Aussetzung der kommenden Jagdsaison. Die Tiere bräuchten nach Ansicht der Initiative Zeit und Ruhe, um sich in den…

Fontainebleau – 16.07.2026: Schwarze Stämme, verkohlter Boden und gesperrte Wege prägen noch immer Teile des Waldes von Fontainebleau. Nach den verheerenden Bränden der vergangenen Tage fordert der Verein Pour une forêt vivante nun einen Einschnitt: Die nächste Jagdsaison solle in den betroffenen Bereichen ausgesetzt werden. Die Initiative begründet dies mit der besonderen Belastung für Wildtiere nach dem Feuer.

Christèle Mérot vom Verein sagte nach Angaben von Franceinfo, die Tiere litten unter den Folgen der Brände. Um ihnen eine möglichst gute Erholung zu ermöglichen, müssten sie in Ruhe gelassen werden. Gemeint sind Tiere, die den Flammen entkommen sind, nun aber Nahrung, Deckung und vertraute Rückzugsorte verloren haben. Der Aufruf ist zunächst eine Forderung aus der Zivilgesellschaft, keine behördlich angeordnete Maßnahme.

Die beiden Feuer im Waldmassiv von Fontainebleau waren nach Angaben von Behörden und Einsatzkräften bis zum 14. Juli unter Kontrolle gebracht worden. Zusammen wurden rund 2.050 Hektar Vegetation erfasst. Die Staatsanwaltschaft Fontainebleau führt die Ermittlungen zur Ursache der Brände. Angaben zu möglichen Verantwortlichen sind Teil dieses laufenden Verfahrens und dürfen nicht vorweggenommen werden.

Auch nach dem Ende der akuten Flammengefahr bleibt das Gebiet ein Einsatz- und Gefahrenraum. Die interdepartementale Sperrung des Staatswaldes Trois Pignons in Essonne und Seine-et-Marne wurde bis einschließlich 19. Juli verlängert. Sie soll Besucher schützen und verhindern, dass neue Brände entstehen oder sich ausbreiten. Für viele Menschen in der Region bedeutet das: Der Wald, sonst ein nahes Ausflugsziel, bleibt vorerst unerreichbar.

Der Vorstoß gegen die Jagd richtet den Blick auf eine schwierige Zeit nach einem Großbrand. Während die Feuerwehr zunächst Menschen, Häuser und Waldflächen schützt, beginnt für die Tierwelt eine unsichtbarere Phase. Verbrannte Flächen bieten kaum Deckung; Tiere weichen aus, suchen Wasser und Futter oder geraten in unbekannte Reviere. Wie lange diese Erholung dauert, hängt von Art, Witterung und Entwicklung der Vegetation ab.

Für die Jagdsaison 2026/2027 waren in Seine-et-Marne bereits Regelungen öffentlich konsultiert worden. Ob und in welchem Umfang die Brandflächen nun zusätzliche Einschränkungen erfordern, ist bislang nicht bekannt. Zuständig für mögliche Anordnungen wären die staatlichen Stellen im Département. Eine offizielle Entscheidung über eine Jagdpause im Wald von Fontainebleau lag am Donnerstag nicht vor.

Der Appell von Pour une forêt vivante ist damit vor allem ein Ruf nach Vorsicht in einem geschädigten Landschaftsraum. Er verbindet die unmittelbaren Folgen des Feuers mit einer grundsätzlichen Frage: Wie viel menschliche Nutzung verträgt ein Wald, wenn seine Lebensräume gerade erst beginnen, sich von einer Katastrophe zu erholen?

Quellen

  • Franceinfo
  • Gendarmerie nationale
  • Préfecture de l'Essonne
  • Préfecture de Seine-et-Marne

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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