Politik & Gesellschaft

Nach Zugentgleisung in der Normandie werden Verletzte befragt

Nach der Entgleisung eines Regionalzugs bei Cléon mit 44 Verletzten setzen Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen fort. Ein auf dem Gleis gefundener Schienenabschnitt könnte den Zug aus der Spur gebracht haben.

Cléon – 14.09.2026: Drei Tage nach der Entgleisung eines Regionalzugs auf der Strecke Rouen-Caen dauert die Suche nach der Ursache an. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rouen nahmen Polizisten weitere Vernehmungen vor. Auch verletzte Fahrgäste sollen einzeln befragt werden, soweit ihr Gesundheitszustand dies zulässt. Zwei von ihnen befanden sich am Sonntag noch im Krankenhaus.

Der Zug war am Freitag, 11. September, gegen 19.45 Uhr bei Cléon südlich von Rouen entgleist. An Bord befanden sich 186 Menschen. Nach dem zuletzt bestätigten Stand wurden 44 Personen verletzt. Eine 18-jährige Reisende war zunächst in kritischem Zustand mit einem Hubschrauber in das Universitätskrankenhaus Rouen gebracht worden. Die Staatsanwaltschaft teilte am Samstag mit, ihr Leben sei nicht mehr in Gefahr.

Die Ermittler befassen sich vor allem mit einem etwa fünf Meter langen und rund 300 Kilogramm schweren Schienenstück, das am Unfallort auf dem Gleis gefunden wurde. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft könnte dieses Hindernis die Entgleisung verursacht haben. Wie der Schienenabschnitt dorthin gelangte, ist bislang ungeklärt. Die Kriminalpolizei Rouen untersucht technische Abläufe ebenso wie einen möglichen Eingriff von außen.

Innenminister Laurent Nuñez sagte am Sonntag, keine Hypothese werde ausgeschlossen. Die Formulierung markiert den offenen Stand des Verfahrens: Der Fund allein erlaubt noch keinen Schluss darauf, ob ein technischer Defekt, ein Unfall oder eine vorsätzliche Handlung vorliegt. Die Behörden haben bislang weder Verdächtige noch Festnahmen bekannt gegeben. Auch eine strafrechtliche Einordnung steht noch aus.

Der Lokführer wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf Alkohol und Drogen getestet; beide Ergebnisse waren negativ. Parallel dazu sichern Fachleute Spuren am Zug, am Gleis und in dessen Umgebung. Die Aussagen der Reisenden sollen helfen, die Minuten vor dem Aufprall und den Ablauf in den Waggons zu rekonstruieren. Für die Klärung der Ursache bleibt jedoch die technische Untersuchung des Schienenstücks, der Strecke und des Fahrzeugs maßgeblich.

Nach dem Unfall waren zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz. Sie versorgten die Verletzten und brachten Fahrgäste aus den beschädigten Waggons. Die Verbindung zwischen Rouen und Caen gehört zum Regionalverkehr der Normandie; entsprechend betraf die Entgleisung viele Menschen auf einer alltäglichen Strecke. Die Staatsanwaltschaft will sich zur Ursache erst äußern, wenn die Zeugenaussagen und die gesicherten Spuren ausgewertet sind.

Quellen

  • Associated Press
  • Le Monde
  • RTL
  • Staatsanwaltschaft Rouen
  • TF1 Info
  • InfoNormandie
  • Actu17

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).