Biddeford – 15.07.2026: An der Kreuzung von Pool und Hill Street in der Küstenstadt Biddeford erinnern Blumen und Kerzen an Johan Sebastián Durán Guerrero. Der 26-jährige Kolumbianer wurde am Montagmorgen bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE von einem Beamten erschossen. Sein Tod löste in Maine und weit darüber hinaus Proteste aus – auch weil wenige Tage zuvor in Houston ein weiterer Mann bei einem ICE-Einsatz tödlich getroffen worden war.
Nach Angaben des Justizministeriums von Maine waren Bundesbeamte am 13. Juli in Biddeford im Einsatz. Erste Aussagen, die den Ermittlern vorliegen, deuten darauf hin, dass Durán Guerrero mit seinem Wagen in Richtung eines Beamten fliehen wollte. Daraufhin fiel der tödliche Schuss. Ob und in welcher konkreten Gefahr der Beamte sich befand, ist nicht abschließend geklärt.
Das Büro des Generalstaatsanwalts von Maine hat eine eigene Untersuchung eingeleitet und arbeitet dabei mit Bundesbehörden zusammen. Der Name des Schützen wurde zunächst nicht veröffentlicht; nach übereinstimmenden Berichten wurde er vom Dienst freigestellt. Die Ermittler bitten mögliche Zeugen, sich zu melden. Gerade die genaue Abfolge der Sekunden vor dem Schuss steht im Zentrum der Untersuchung.
Durán Guerrero war nach Angaben der kolumbianischen Botschaft Staatsbürger Kolumbiens. Die Botschaft erklärte, sie unterstütze die Familie konsularisch und habe vom US-Heimatschutzministerium Aufklärung über die Umstände verlangt. Organisationen für Migrantenrechte und Menschen aus seinem Umfeld beschrieben ihn als jungen Familienvater. Diese Angaben sind Teil der öffentlichen Debatte, ersetzen aber nicht die laufenden Ermittlungen.
Der zweite Fall ereignete sich am 7. Juli in Houston, Texas. Dort starb der 52-jährige Lorenzo Salgado Araujo nach Schüssen eines ICE-Beamten. Die Bundesbehörde erklärte, er habe bei einer gezielten Maßnahme ein Fahrzeug als Waffe eingesetzt. Angehörige und Vertreter der mit ihm im Wagen befindlichen Männer widersprechen dieser Darstellung. Auch dort sind wesentliche Fragen zum Ablauf offen.
In Scarborough nahe Biddeford versammelten sich am Dienstag Hunderte Demonstrierende vor einer ICE-Einrichtung. Sie forderten eine transparente Aufklärung und kritisierten das Vorgehen der Einwanderungsbehörde. Politiker aus Maine, darunter Mitglieder beider großer Parteien, verlangten eine rasche und umfassende Untersuchung. Die Fälle haben die Debatte über Kontrollen, Verfolgungsfahrten und den Schusswaffengebrauch von Bundesbeamten erneut verschärft.
Für die Familien der beiden Getöteten beginnt unterdessen eine Zeit, in der öffentliche Empörung und private Trauer eng beieinanderliegen. Der Ermittlungsstand erlaubt keine abschließende Bewertung der Einsätze. Entscheidend wird sein, ob Zeugenaussagen, mögliche Videoaufnahmen und forensische Befunde die offiziellen Darstellungen bestätigen oder ihnen widersprechen. Bis dahin bleibt der Ruf nach überprüfbaren Antworten der gemeinsame Nenner der Proteste.
Quellen
- Maine Office of the Attorney General
- Associated Press
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).