Politik & Gesellschaft

Nächtliche Ausgangsbeschränkung in vier Städten Nordfrankreichs

Nach den Ausschreitungen vom Wochenende beschränkt die Präfektur die Bewegungsfreiheit in Lille, Douai, Wattignies und Denain. Die Anordnung gilt zunächst in den Nächten zum 20. und 21. Oktober.

Lille – 19.10.2026: Nach den Ausschreitungen vom Wochenende gilt in Lille, Douai, Wattignies und Denain eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Der Präfekt des Départements Nord ordnete sie für die Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr an. Sie ist zunächst auf die beiden Nächte zum 20. und 21. Oktober begrenzt. Anlass sind Plünderungen, Sachbeschädigungen und Angriffe auf Einsatzkräfte während der landesweiten Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten am 17. Oktober.

Premierminister Sébastien Lecornu hatte die Präfekten nach einer interministeriellen Krisensitzung aufgefordert, räumlich begrenzte und befristete Ausgangsbeschränkungen zu verhängen. Besonders gefährdete Geschäftsviertel sollen damit geschützt, Polizei und Gendarmerie gezielt an Orten mit erhöhter Gewaltgefahr eingesetzt werden. Eine landesweite oder für ganz Paris geltende Beschränkung schloss Lecornu aus.

Für die vier Kommunen bedeutet die Anordnung, dass der Aufenthalt im öffentlichen Raum während der festgelegten Nachtstunden eingeschränkt ist. Welche Ausnahmen für Arbeitswege, medizinische Notfälle oder andere zwingende Fahrten gelten und welche Nachweise verlangt werden, richtet sich nach dem Wortlaut des Verwaltungsakts. Am Montagabend lagen dazu noch keine vollständigen öffentlich zugänglichen Angaben der Präfektur vor. Betroffene sollten sich deshalb vor notwendigen Wegen bei der Präfektur oder ihrer Kommune informieren.

In Denain bestand bereits eine weitergehende kommunale Regelung. Bürgermeisterin Anne-Lise Dufour-Tonini hatte am Sonntag für Minderjährige und Erwachsene eine Ausgangsbeschränkung von 21 Uhr bis 6 Uhr angeordnet, die vom 18. bis einschließlich 25. Oktober gelten soll. Nach Angaben der Stadt waren am Samstag Mülltonnen angezündet, Barrikaden errichtet, Schaufenster und städtisches Mobiliar beschädigt sowie Sicherheitskräfte mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden.

Die Anordnung der Präfektur beginnt in Denain eine Stunde früher als die kommunale Beschränkung. Sie erfasst außerdem Lille, Douai und Wattignies, wo ebenfalls Angriffe und Schäden gemeldet wurden. In Wattignies waren nach örtlichen Berichten unter anderem die kommunale Polizei und ein Schwimmbad Ziel der Ausschreitungen. Wie beide Regelungen in Denain rechtlich ineinandergreifen, war zunächst nicht näher erläutert.

Coulaines im Département Sarthe wählte eine enger gefasste Maßnahme. Bürgermeister Christophe Rouillon kündigte dort für Montagabend ab 23 Uhr eine Ausgangsbeschränkung für Minderjährige an. Die rund 8.000 Einwohner zählende Gemeinde rief zugleich zu einer Kundgebung der Solidarität mit betroffenen Bürgermeistern, kommunalen Beschäftigten und Geschäftsleuten auf.

Nach vorläufigen Regierungsangaben wurden im Zusammenhang mit den landesweiten Ausschreitungen 2.397 Menschen festgenommen. 997 Polizisten und Gendarmen seien verletzt worden. Die Regierung kündigte außerdem Hilfen für beschädigte Geschäfte und eine konsequente strafrechtliche Verfolgung von Plünderungen und Gewalttaten an.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • L'Est Républicain
  • Stadt Coulaines

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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