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Nächtlicher Coup in Lyon: Geldautomat mit brachialer Gewalt aus Bank gerissen

Es ist eine Szene wie aus einem Actionfilm – doch sie spielte sich nicht auf der Leinwand ab, sondern mitten in der Altstadt von Lyon, im Schutz der Dunkelheit, während die meisten Menschen schliefen. Gegen 4.30 Uhr in der Nacht zum 19. März durchbrach ein ohrenbetäubender Lärm die morgendliche Stille am Quai Saint-Antoine. Anwohner berichten…

Illustration Maxence Pira

Es ist eine Szene wie aus einem Actionfilm – doch sie spielte sich nicht auf der Leinwand ab, sondern mitten in der Altstadt von Lyon, im Schutz der Dunkelheit, während die meisten Menschen schliefen.

Gegen 4.30 Uhr in der Nacht zum 19. März durchbrach ein ohrenbetäubender Lärm die morgendliche Stille am Quai Saint-Antoine. Anwohner berichten von zwei dumpfen Explosionen, gefolgt von metallischem Krachen. Als erste Lichter in den Fenstern angingen, war die Tat bereits vollendet.

Mindestens drei Täter hatten sich, so die bisherigen Erkenntnisse, gezielt die Filiale der Banque Postale im zweiten Arrondissement ausgesucht. Ihr Vorgehen wirkte kühl kalkuliert. Mit einem Transporter und einem stabilen Kabel zogen sie den Geldautomaten mit roher Gewalt aus der Verankerung – ein Vorgehen, das in der Szene als „Rammbock-Methode“ bekannt ist.

Der Automat wurde regelrecht über die Straße geschleift, zurück blieb eine schwer beschädigte Fassade. Splitter, Trümmer, ein Bild der Verwüstung.

Und dann: Stille.

Die Täter verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren – offenbar mit einem kleineren Fluchtfahrzeug, in dem sich der Teil des Automaten befand, der Bargeld enthielt. Wie hoch die Beute ausfiel, bleibt bislang unklar. Doch eins ist sicher: Hier handelte es sich nicht um einen spontanen Überfall, sondern um eine präzise geplante Aktion.

Die Staatsanwaltschaft Lyon reagierte umgehend und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen bandenmäßigen Diebstahls und krimineller Vereinigung ein. Spezialisten für organisierte Kriminalität übernahmen die Untersuchung. Sie stehen vor der Frage, ob es sich um eine isolierte Tat handelt – oder um ein weiteres Glied in einer Serie ähnlicher Angriffe, die in den vergangenen Jahren europaweit zugenommen haben.

Denn solche Überfälle sind kein Einzelfall mehr.

Die Kombination aus schwerem Gerät, klarer Rollenverteilung und kurzer Ausführungszeit deutet auf professionelle Täter hin. Branchenkenner wissen: Hinter solchen Aktionen stecken oft mobile Banden, die grenzüberschreitend agieren und gezielt Schwachstellen in der Infrastruktur ausnutzen.

Für die Anwohner bleibt ein mulmiges Gefühl.

„Das ging alles so schnell, das glaubt man kaum“, hört man am Morgen danach. Und während die Polizei Spuren sichert, stellt sich eine drängende Frage: Wie sicher sind unsere Städte, wenn selbst massive Bankautomaten innerhalb weniger Minuten aus dem Boden gerissen werden können?

Die Antwort darauf dürfte noch einige Ermittlungsarbeit erfordern.

Von Daniel Ivers

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