International

Nato-Praktikantin in Belgien unter Spionageverdacht festgenommen

Eine kanadische Praktikantin chinesischer Herkunft am Nato-Hauptquartier SHAPE bei Mons sitzt in Belgien in Untersuchungshaft. Die Bundesstaatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlicher Spionage für einen Drittstaat und der möglichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung.

Mons – 26.07.2026: Eine kanadische Staatsangehörige chinesischer Herkunft, die ein Praktikum am strategischen Nato-Hauptquartier SHAPE bei Mons absolvierte, ist wegen des Verdachts auf Spionage festgenommen worden. Nach Angaben der belgischen Bundesstaatsanwaltschaft vom Samstag, 25. Juli, soll die Frau für einen bislang nicht genannten Drittstaat gehandelt haben. Zudem wird gegen sie wegen einer möglichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

Die Festnahme erfolgte am Donnerstag, 23. Juli, durch die föderale Kriminalpolizei. Zuvor waren Sicherheitsmitarbeiter des Supreme Headquarters Allied Powers Europe, kurz SHAPE, auf die Praktikantin aufmerksam geworden. Sie leiteten ihre Erkenntnisse an den Allgemeinen Nachrichten- und Sicherheitsdienst des belgischen Verteidigungsministeriums weiter. Welche Beobachtungen den Verdacht auslösten, teilten die Behörden nicht mit.

Anschließend übernahm die Bundesstaatsanwaltschaft das Verfahren und beauftragte die föderale Kriminalpolizei in Charleroi mit den Ermittlungen. Am Tag der Festnahme durchsuchten Beamte sowohl die Wohnung der Beschuldigten als auch ihren Arbeitsplatz. Ob dabei Unterlagen, Datenträger oder andere Beweismittel sichergestellt wurden, ist nicht bekannt. Ebenso blieb offen, zu welchen Bereichen des Hauptquartiers die Praktikantin Zugang hatte und ob tatsächlich sicherheitsrelevante Informationen betroffen waren.

Eine Untersuchungsrichterin erließ am Freitag, 24. Juli, Haftbefehl. Die Beschuldigte befindet sich damit in Untersuchungshaft. Eine Anklage oder gerichtliche Feststellung der Vorwürfe liegt bislang nicht vor; für die Frau gilt die Unschuldsvermutung.

SHAPE hat seinen Sitz in Casteau bei Mons in der belgischen Provinz Hennegau. Das Hauptquartier führt die militärischen Operationen des Bündnisses in Europa und gehört zu dessen zentralen Kommandostellen. Entsprechend streng sind die Sicherheitsvorkehrungen. Der Fall berührt damit eine Einrichtung von hoher strategischer Bedeutung, auch wenn die belgische Justiz bislang weder einen möglichen Schaden noch den mutmaßlichen Gegenstand der Spionage benannt hat.

Offen ist außerdem, für welchen Staat die Frau tätig gewesen sein soll. Aus ihrer kanadischen Staatsangehörigkeit und ihrer chinesischen Herkunft lässt sich kein belastbarer Rückschluss auf einen möglichen Auftraggeber ziehen. Die Staatsanwaltschaft machte auch keine Angaben zu mutmaßlichen Kontaktpersonen, weiteren Beschuldigten oder Verbindungen ins Ausland.

Öffentlich bestätigt sind bislang die Festnahme, die Durchsuchungen, der Haftbefehl und die beiden Ermittlungsansätze wegen mutmaßlicher Spionage und möglicher Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung. Angaben zum Tatzeitraum, zur Beweislage und zu einem konkreten Sicherheitsrisiko am Nato-Standort liegen nicht vor. Das Verfahren wird unter Leitung der belgischen Justiz fortgeführt.

Quellen

  • Belgische Bundesstaatsanwaltschaft, wiedergegeben von AFP
  • Reuters
  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels