Wirtschaft

Netflix wird größter privater Geldgeber für französische Produktionen

Netflix investierte 2025 nach Angaben der Medienaufsicht Arcom 308 Millionen Euro in französische Filme und audiovisuelle Werke. Unter den privaten Geldgebern liegt der Streamingdienst damit vor den klassischen Sendergruppen.

La Rochelle – 18.09.2026: Netflix ist 2025 zum größten privaten Geldgeber der französischen Film- und Fernsehproduktion aufgestiegen. Nach Angaben der Medienaufsicht Arcom investierte der Streamingdienst insgesamt 308 Millionen Euro. Davon flossen 250 Millionen Euro in audiovisuelle Werke wie Serien und Dokumentationen, weitere 58 Millionen Euro in Kinofilme. Arcom-Präsident Martin Ajdari stellte die Bilanz am Freitag beim Fiktionsfestival in La Rochelle vor.

Die Summe beruht auf den gesetzlichen Investitionspflichten für große Streamingdienste auf dem französischen Markt. Sie müssen einen Teil ihrer in Frankreich erzielten Umsätze in heimische Produktionen lenken. Mit seinen Ausgaben liegt Netflix unter den privaten Geldgebern nun vor den klassischen Medienunternehmen, die das Finanzierungssystem bislang vor allem durch Aufträge und Koproduktionen prägten.

Größter Geldgeber insgesamt bleibt jedoch France Télévisions. Die öffentlich-rechtliche Sendergruppe investierte nach den von Ajdari genannten Zahlen 406 Millionen Euro in audiovisuelle Produktionen und weitere 70 Millionen Euro in Kinofilme. Mit zusammen 476 Millionen Euro lag sie 2025 deutlich vor Netflix. Die neue Rangfolge bezieht sich daher ausdrücklich auf private Finanziers und nicht auf sämtliche Marktteilnehmer.

Für die französische Produktionsbranche markiert die Bilanz eine weitere Gewichtsverschiebung zugunsten internationaler Plattformen. Netflix finanziert seine Produktionen innerhalb eines regulierten Systems, das unabhängige Produzenten und französische Rechteinhaber berücksichtigen soll. Die Ausgaben beruhen somit teils auf unternehmerischen Entscheidungen, teils auf Vorgaben für Abrufdienste, die Frankreich in den vergangenen Jahren schrittweise ausgebaut hat.

Ajdari rechnet damit, dass Netflix bis 2030 auch France Télévisions als größten Geldgeber der französischen Film- und Fernsehproduktion ablösen könnte. Dabei handelt es sich um eine Prognose der Aufsicht, nicht um einen feststehenden Marktstand. Sie stützt sich auf die wachsende Rolle der Streamingdienste bei der Finanzierung lokaler Inhalte und auf deren gesetzliche Verpflichtungen gegenüber der Branche.

Zwischen Film und audiovisueller Produktion bestehen allerdings erhebliche Unterschiede. Gerade im Kinobereich bleiben traditionelle Unternehmen wie Canal+ wichtige Partner. Das Centre national du cinéma et de l'image animée hatte für 2024 bereits einen wachsenden Anteil ausländischer Plattformen an den Beiträgen zur Filmproduktion verzeichnet. Netflix gehörte dabei zu den wichtigsten Plattformfinanziers.

Die Arcom-Zahlen bilden die gesetzlich erfassten Ausgaben ab; eine Dominanz von Netflix in sämtlichen Produktionsbereichen lässt sich daraus nicht ableiten. Für 2025 stehen den 308 Millionen Euro des Streamingdienstes weiterhin 476 Millionen Euro von France Télévisions gegenüber.

Quellen

  • Franceinfo
  • Arcom
  • Centre national du cinéma et de l'image animée

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels